Kfz-Versicherung: Wo es für Autofahrer günstiger wird

Offenbacher bauen die meisten Unfälle in Deutschland

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Offenbach - Wer kennt den Spott nicht? Das Autokennzeichen OF stehe eigentlich für „Ohne Führerschein“. Nun haben es die Lederstädter schwarz auf weiss: In den Schadensbilanzen der Versicherer tauchen sie am häufigsten auf.

Gut 700.000 Autofahrer in Hessen müssen künftig tendenziell weniger für ihre Kfz-Haftpflichtversicherung bezahlen. Das gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute in Berlin bekannt. Gleichzeitig kommen aber auf 510.000 hessische Autofahrer eher höhere Beiträge zu. Grund sind neue Regionalklassen in 12 der 28 hessischen Zulassungsbezirke. Nach Auswertung der jüngsten Schadensbilanzen sinkt in sieben Zulassungsbezirken die Eingruppierung: Landkreis Offenbach, Main-Kinzig-Kreis. Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Odenwaldkreis, Wetzlar und Rheingau-Taunus-Kreis. In fünf Bezirken - Hanau, Fulda, Kassel, Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg - steigt sie hingegen.

Bei den Regionalklassen für Kasko-Versicherungen ergeben sich auch Änderungen, aber weniger: Nur für Vollkaskoversicherte im Bezirk Marburg-Biedenkopf und im Vogelsbergkreis sinkt die Einstufung, ebenso für Teilkaskoversicherte in der Stadt Offenbach sowie in Groß-Gerau. Der GDV gibt einmal jährlich nach der Berechnung der Schadensbilanz im Straßenverkehr die Regionalklassen für die insgesamt 415 deutschen Zulassungsbezirke bekannt. Je besser die Schadensbilanz und damit die Einstufung in der Regionalklasse, desto günstiger wirkt sich das auf den Versicherungsbeitrag aus.

Indes bedeutet eine niedrigere Regionalklasse nicht zwingend einen niedrigeren Gesamtversicherungsbeitrag, da jede Versicherung ihre Tarife und Beiträge eigenständig kalkuliert. Für die bestehenden Verträge gelten die Veränderungen meist zum 1. Januar 2017. In der Haftpflicht gelten in Hessen die höchsten Klassen in den Großstädten Offenbach und Wiesbaden vor Frankfurt und Kassel. Die niedrigste Einstufung ist den Kreisen Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg vorbehalten. Für die Unfallauswertung wird laut GDV stets der Wohnort des Autohalters und nicht der Unfallort herangezogen. Dabei geht es um den Zeitraum der vergangenen fünf Jahre.

Kuriose Unfälle in der Region

Hier geht es zur GDV Regionalklassen-Abfrage

Bundesweit profitieren 6,3 Millionen Autofahrer künftig von einer besseren Regionalklasse in der Kfz-Haftpflichtversicherung. 4,8 Millionen Autofahrer werden hingegen hochgestuft, wie der GDV mitteilte. Für den weit überwiegenden Teil der Versicherungsnehmer - 28,5 Millionen - ändert sich demnach also nichts. Besonders niedrige Regionalklassen gibt es den Angaben zufolge weiterhin für Autofahrer in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Die beste Schadensbilanz erreichte laut GDV der Zulassungsbezirk Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Dagegen sind die Regionalklassen vor allem in Großstädten und in Teilen Bayerns hoch. Die schlechteste Schadensbilanz attestierte der GDV Offenbach. GDV-Experte Stephan Schweda erklärte dazu: „Es wird nicht überall gleich gefahren. Das heißt, das Risiko in einer Großstadt möglicherweise einen Unfall zu bauen, ist größer als auf dem Land.“ dpa/AFP

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