„ Festival der Chöre “

Musik verleiht der Seele Flügel

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Christa Mittwollen stellt ihren Chor vor: die Rhein-Main-Vokalisten. Derzeit wird für eine Aufführung zum Geburtstag von Duke Ellington geprobt. Mit dem Sacred Concert tritt die Formation am Mittwoch, 29. April, in Frankfurt auf.

Ich bin 42 Jahre alt und habe drei Kinder. Durch meine Heirat Mitte der 90er zog ich vom hohen Norden nach Offenbach. Eine Stelle als Physiotherapeutin war schnell gefunden, aber wie wird man in der Stadt heimisch? Von Christa Mittwollen

Ein gutes Mittel ist, sich die Freizeitmöglichkeiten anzuschauen. Ich bin in einer Familie groß geworden, die immer viel gesungen hat. Zu Weihnachten konnten wir nur mit meinen Cousinen und meinem Vetter vierstimmig singen. Auch in der Kirchengemeinde war es üblich, immer mal wieder mehrstimmig zu singen. Ich könnte nun noch von meinen Großeltern erzählen, die sich als Siedler im Moorchor kennengelernt haben. Aber das führt zu weit. Ich hielt also nach einem Chor in Offenbach Ausschau. Auf dem Mainuferfest werden einem die Vereine ja quasi auf dem Silbertablett serviert. Drei Chöre stellten sich vor.

Vielfältiges Programm

Das vielfältige Programm der Rhein-Main-Vokalisten, das recht niedrige Durchschnittsalter und die Probenzeiten am Freitagabend haben mich gelockt. Und es hat sich sehr gelohnt. Inzwischen bin ich fast fünf Jahre dabei, meine Familie unterstützt mich, dass ich an den Konzertauftritten und Probenwochenenden teilnehmen kann. Denn so ganz nebenbei lässt sich dieser Chor nicht bewerkstelligen. Durch das vielfältige Programm aus der Gegenwart hin bis zu Stücken aus dem 14. Jahrhundert, von geistlicher Musik bis hin zu satirischen Texten, die frech vertont sind, lerne ich nicht nur diese unterschiedliche Musik kennen. Durch intensives Proben setzen wir uns oft mit den Entstehungsumständen der jeweiligen Musik auseinander, erfahren Details, die ich sonst nicht gewusst hätte.

Hörbare Dynamik

Es ist, grad im Ziellauf auf ein Konzert hin, ein sehr intensives Proben. Das ist richtig Arbeit! Viele Stunden am Stück, wo wir konzentriert dabei sind, auf die Noten gucken und auf die vielen kleinen Bleistiftzeichen, die das Blatt von Probe zu Probe bunter machen. Und mit einem Mal merkt man, wenn wir alle diese Zeichen singen, entsteht eine gut hörbare Dynamik, die ein Eigenleben bekommt. Ein Eigenleben, das im Konzert von unserem Dirigenten Professor Dr. Jürgen Blume schon im Ansatz gespürt, weiter getragen und weiter verarbeitet wird, spontan, im Moment. Und dies kommt beim Zuhörer an. Ein spürbarer Bogen entsteht vom Dirigenten zum Chor, zu den Zuhörern und wieder zurück. Gelingt dies, ist das Konzert ein voller Erfolg. Hinterher braucht es immer ein bisschen Zeit, um die Füße wieder in die Realität zu bekommen, hat die Seele doch in der Musik Flügel bekommen und war frei!

Infos zu den Rhein-Main-Vokalisten

Historie: Die Rhein-Main-Vokalisten sind ein junger, motivierter Chor, der im Jahre 2000 von Professor Dr. Jürgen Blume ins Leben gerufen wurde.

Repertoire: Messen und Motetten bis hin zu Stücken aus Musicals

Chorleben: Die Rhein-Main-Vokalisten haben schöne Traditionen. Außer den geselligen Zusammenkünften nach der Probe gibt es jährlich ein Chorwochenende. In größeren Abständen werden auch Fahrten organisiert. Im vergangenen Jahr war man bei Konzerten in Nord-Norwegen mit einem norwegischen Gospelchor zu Gast. Die Formation besteht aus 30 bis 40 Sänger im Alter von 18 bis 60 Jahren. Derzeit wird für das Konzert am Mittwoch, 29. April, 20 Uhr, geprobt: An Duke Ellingtons Geburtstag wird dessen „Sacred Concert“ in der Frankfurter Loge zur Einigkeit, Kaiserstraße 37, vorgetragen.

Kontakt: Waltraud Tschech, Tel.: 0160/4470234; Christa Mittwollen, Tel.: 069/86777592. Geprobt wird freitags um 18.30 Uhr in der Johannesgemeinde, Ludwigstraße 131. Junge, engagierte Sänger und Sängerinnen sind immer gesucht. Infos im Internet unter http://www.rhein-main-vokalisten.de

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