Städtische Parkplätze

Schwund an Stellflächen

+
Als ebenerdig parken noch die Regel war: Unser Archivbild zeigt die Ecke Berliner/Schlossstraße und Marktplatz vor Errichtung der Reese-Betonbauten mit dem heutigen Toys’R’Us-Klotz (1973).

Offenbach - Das städtische Stellplatzangebot hat abgenommen- Zunehmen soll die seit 2002 konstante Stundengebühr auf kommunalen Flächen: 1,60 statt 1,50. Von Thomas Kirstein 

Das Parken unter freiem Himmel wird in Offenbach wohl teurer. Die Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern hat sich darauf geeinigt, die Gebühren auf öffentlichen Stellplätzen an die der teils deutlich höher liegenden privaten Parkhausbetreiber anzugleichen: Statt 1,50 Euro soll die Stunde künftig 1,60 Euro kosten. Fabian El-Cheikh vom städtischen Presseamt betont, dass die Gebühren seit der Umstellung von der D-Mark auf den Euro im Jahr 2002 stabil geblieben sind.

In Plan und Statistik noch nicht berücksichtigt: Das neue Parkhaus am Hafen, von dessen 312 Plätzen 192 öffentlich sind.

Eine entsprechende Vorlage des Magistrats ist in Vorbereitung, die Begründung wird den Anreiz einschließen, häufiger auf den Öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Die Absicht, die Einnahmen der Stadt zu erhöhen, wird dagegen eher nicht als Motivation verraten. Dabei könnte es die Entwicklung durchaus angeraten sein lassen, Autofahrer stärker zu melken: Flossen 2013 noch 511.717 Euro aus Parkautomaten in die Stadtkasse, waren es 2014 nur 432.248 Euro. Von 2011 auf 2012 sank das Aufkommen von 515.645 auf 496.179 Euro, um dann wieder zu steigen.

Mangelnde Zahlungsmoral

Gründe für die Schwankungen sind kaum zu ermitteln. Würde sich der Rückgang mangelnder Zahlungsmoral verdanken, müssten im selben Zeitraum eigentlich die Parkknöllchen-Einnahmen steigen. Es sei denn, der angeheuerten Privatfirma fehlt, wie berichtet, das Personal: Deswegen erbrachte die Parksünderjagd 2014 mit 1,56 Millionen Euro 60.000 Euro weniger als 2013.

Es könnte auch sein, dass 2014 weniger Menschen in Offenbach parkten, mehr lieber die Parkhäuser nutzten oder sich doch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anfreundeten. Statistisch greifbar ist hingegen das Angebot. Im Lauf des vergangenen Jahres sind durch den Verkauf städtischer Grundstücke an Wohnbauinvestoren 132 Plätze an der Luisenstraße und 58 zwischen Berliner Straße und Fünfhäusergasse weggefallen. An beiden Stellen waren Parkscheinautomaten zu füttern gewesen.

Parkhaustest in Offenbach (Archiv)

Parkhaustest in Offenbach

Die Zahl der öffentlichen Freiluft-Parkplätze Offenbachs – ob bewirtschaftet oder nicht – ist über die vergangenen Jahre kontinuierlich gesunken, um 900 von 7100 auf 6200. Da spielte beispielsweise auch die Halbierung des Angebots auf dem Wilhelmsplatz durch dessen Neugestaltung mit. Auf der weiteren Streichliste stehen bereits 100 Stellflächen auf Parkplätzen und -deck an der Berliner Straße. Nimmt man allerdings die Parkhäuser – die haben Zuwachs bekommen – hinzu, wird sich das Angebot in diesem Zeitraum von einst 10.100 Plätzen um nur 600 verringert haben.

In der nicht allzu laut geführten Diskussion befindet sich im Rathaus zudem die Umwandlung der bislang frei nutzbaren 696 Stellflächen auf dem Mainuferparkplatz in bewirtschaftete. Die Zeit des kostenlosen Parkens dort, was auch gern von auswärtigen Umsteigern auf die S-Bahn wahrgenommen wird, könnte in absehbarer Zeit vorbei sein. Nicht bestätigt werden Informationen, dass der Bau eines Parkhauses im Hafen mit der städtischen Versicherung verbunden sei, den Bauherren und Betreibern keine gebührenfreie Konkurrenz in unmittelbarer Nähe zuzumuten.

Kommentare