Gebühren für Parkplätze

Am Mainufer wird künftig abkassiert

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In zwei bis drei Monaten soll es soweit sein: Dann muss auf dem derzeit kostenlosen Mainuferparkplatz ein Ticket gezogen werden.

Offenbach - Im Zuge der Erhöhung der Parkgebühren auf städtischen Flächen in der Innenstadt um zehn Cent pro Stunde (wir berichteten) wird künftig auch auf dem großen Mainuferparkplatz abkassiert. Von Matthias Dahmer

Auf dem bislang kostenlosen und deshalb bei Pendlern beliebten Areal mit seinen 612 Parkplätzen gilt voraussichtlich ab Mai eine differenzierte Regelung: Grundsätzlich muss auf dem Gelände rund um die Uhr, das heißt auch nachts, ein Parkticket gezogen werden. Pro Stunde sind 1,40 Euro fällig. Ausnahme mit Blick auf Einzelhandel und Einkaufswillige in der Innenstadt: Montags bis samstags zwischen 9.30 und 20.30 Uhr, also während der Ladenöffnungszeiten, sind die ersten drei Stunden frei. Die maximale Parkdauer ist nachts auf elf, tagsüber auf 13 Stunden begrenzt.

Bewirtschaftet wird der Mainuferparkplatz mittels Parkscheinautomaten, die wegen der dortigen Hochwassergefahr auf spezielle Sockel zu montieren sind. Die von der Stadt zunächst ins Auge gefasste Regelung mit Schranken an der Zu- und Abfahrt wäre zu teuer gekommen. „Der dafür erforderliche Umbau der Rampen hätte uns 300.000 Euro gekostet“, rechnet Ordnungsamtsleiter Peter Weigand gestern vor. Das wäre auch im Hinblick auf die demnächst anstehende Sanierung des Maindamms und dem damit verbundenen Rückbau der Schrankenanlage nicht vertretbar gewesen.

Vor dem Hintergrund des Haushaltsdefizits der Stadt Offenbach, erläutert Kämmerer Felix Schwenke, sei es nicht mehr möglich und den Aufsichtsbehörden auch nicht mehr vermittelbar, eine solche „gigantische öffentliche Fläche“ gewissermaßen zu verschenken. Einen direkten Zusammenhang zwischen der kommenden Gebührenpflicht und dem in unmittelbarer Nähe errichteten Parkhaus verneint der Kämmerer. Die Planungen für die Bewirtschaftung des Mainuferparkplatzes hätte lange vor dem Neubauprojekt an der Carl-Ulrich-Brücke begonnen. Mit der Gebührenpflicht auch in der Nacht, die ein Sicherheitsunternehmen überwachen wird, soll zugleich ein Problem eingedämmt werden: Besonders im Sommer rauben regelmäßig Raser, die sich am Mainufer nächtliche Rennen liefern, Anwohnern den Schlaf. Was die städtischen Parkflächen in der Innenstadt angeht, sieht die neue Verordnung vor, die Gebühren von 1,50 Cent auf 1,60 Cent pro angefangene Stunde anzuheben. Es sei die erste Erhöhung seit 13 Jahren, betont Kämmerer Schwenke. Zugleich weist er darauf hin, man gleiche damit die Gebührensätze dem Marktpreis an. Dieser betrage einer Untersuchung der Stadt zufolge in den Parkhäusern der Innenstadt derzeit durchschnittlich 1,58 Euro je Stunde.

Schwenke hebt hervor, die Neuregelung, besonders die Pläne für den Mainuferparkplatz, seien mit Einzelhandel sowie Industrie- und Handelskammer abgestimmt. Letztere spart gestern gleich nach Verkündung der Gebührennordnung nicht mit grundsätzlichem Lob: „Mit dem Erhalt aller Parkplätze am Mainufer und der Drei-Stunden-Regelung für kostenfreies Parken hat Offenbach einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Kommunen“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner in einer Mitteilung. Die Entscheidung sei allein deshalb wichtig, weil in Offenbach immer mehr Parkraum für Geschäftskunden durch Wohnbebauung verloren gehe. Die Kammer zitiert Geschäftsleute, die wegen fehlenden Parkraums über Umsatzeinbußen klagten. Langfristig empfiehlt Weinbrenner deshalb eine strategische Planung, wo Quartiersparken möglich sein soll. „Die Fragen eines umfassenden Park- und Mobilitätskonzepts werden auch Teil des Masterplanprozesses sein“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer.

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