Angebot der GBO reicht nicht für HfG-Studenten aus

Problematische Wohnungssuche: Lichtpol als Lichtblick

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Begehrte Bleibe: Die Zimmer im Ostpol sind rar und schnell vergriffen. Produktdesign-Student Aldin Sakic hatte Glück und hat dieses Ein-Zimmer-Appartement an der Hermann-Steinhäuser-Straße bekommen. Zur Zeit stehen 60 Interessenten auf der Warteliste fürs GBO- Angebot.

Offenbach - Eine Wohnung in Offenbach zu finden, wird immer schwieriger. Vor allem für Studenten. Deshalb meldet sich nun die Hochschule für Gestaltung (HfG) zu Wort. Denn die Zahl der Suchenden auf ihrer Warteliste hat sich in diesem Jahr verdoppelt. Von Sarah Neder 

In eineinhalb Wochen beginnt an der HfG das neue Wintersemester. Für rund 115 Studenten wird es das erste überhaupt sein. Doch ob sie bis dahin ein Dach über dem Kopf haben, wissen viele noch nicht. „Der Wohnraum wird immer knapper“, sagt Ulrike Grünewald, die mit Christiane Kühn-Wilkens Studenten bei der Suche nach einer geeigneten Bleibe unterstützt. In erster Linie vermitteln sie Appartements der GBO – im Ostpol, an der Arthur-Zitscher-Straße, im HfG-Haus Gustav-Adolf-Straße. Die Unterkünfte reichen für etwa 60 junge Leute, schildert Grünewald. Doch die Kapazitäten sind vollkommen ausgeschöpft. Allein auf der aktuellen Warteliste stehen mehrere Dutzend Studenten. „Das sind doppelt so viele wie in den vergangenen Jahren“, sagt Kühn-Wilkens.

Christiane Kühn-Wilkens ist an der HfG für die Wohnungsvermittlung zuständig.

Deshalb empfehlen die HfG-Mitarbeiterinnen, parallel den freien Wohnungsmarkt zu durchstöbern – etwa auf Plattformen wie „WG-Gesucht“ oder dem Offenbacher Portal „Raumfinder“. Doch dort ist die Situation keineswegs einfacher: Mietpreise steigen, Wohnräume werden umkämpfter. „Teilweise sind die Zimmer schlichtweg zu teuer für ein knappes Studenten-Budget“, weiß Kühn-Wilkens. Dabei liege für die meisten die Schmerzgrenze bei 450 Euro pro Raum und Monat. Außerdem hätten einige Vermieter Vorbehalte, sich Studenten ins Haus zu holen. Kühn-Wilkens beschwichtigt: „Probleme gibt es jedoch nur in ganz seltenen Fällen.“ Kurz vor Semesterbeginn wollen die Vermittlerinnen deshalb an Haus- und Grundbesitzer in Offenbach und im Kreis appellieren, der Hochschule ihre freien Flächen zu melden. „Vielleicht hat jemand ein leerstehendes Dachgeschoss, das er kurzfristig untervermieten will“, hofft Christiane Kühn-Wilkens auf private Unterstützung.

Langfristig könnte es seitens der GBO eine Entlastung des studentischen Wohnungsmarktes geben: Das sogenannte Boardinghouse Lichtpol, das zur Zeit komplett von der Frankfurt School of Finance angemietet ist, könnte ab Anfang 2018 teilweise auch mit HfG-Studenten belegt werden. Ende 2017 läuft der Vertrag mit der Privat-Uni aus. Und GBO-Chef Winfried Männche formuliert vorsichtig: „Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie dieses Objekt aufgeben.“ Als Offenbacher Baugesellschaft gewähre man dann der lokalen Hochschule dort Vorrang.

Für Studenten: Luxus-Appartementhäuser boomen

Ein Lichtblick, besonders für Uni-Anfänger, die nicht aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen. Das sind in diesem Semester etwa 60 Prozent aller Neuankömmlinge. Ulrike Grünewald schildert: „Sie kennen sich hier nicht aus und können zumeist nicht pendeln.“ Betroffenen empfiehlt sie, sich erstmal auf eine Zwischenlösung einzustellen. Denn: „Vor Ort geht’s allemal schneller.“ Problematischer wird’s jedoch für nicht-deutsche Kreative, die es zum Studium an den Main zieht: Ihnen steht obendrein noch die Sprachbarriere im Weg.

Aldin Sakic studiert Produktgestaltung im neunten Semester und hilft ausländischen Kommilitonen, in Offenbach Fuß zu fassen. Durch das sogenannte Buddy-Programm hat er mitbekommen, welche Tücken bei der Wohnungssuche lauern: „Die Probleme sind riesig.“ So würden gerade Austauschstudenten ausgenutzt, zahlten horrende Mieten und Maklergebühren, weil sie sonst nichts anderes bekämen. Zu Beginn seines Studiums hatte der 26-Jährige selbst Schwierigkeiten, ein Zimmer zu finden. Es dauerte zwölf Monate, bis er die Zusage für ein Ein-Zimmer-Appartement im Ostpol bekommen hat. 240 Euro zahlt er dort für 20 Quadratmeter inklusive Küchenzeile und Bad. Ein rarer Glücksfall.

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