Prozess um „Kickbox-Zwillinge“: Acht Jahre Haft

Offenbach/Darmstadt (nb/dpa) - Das Landgericht Darmstadt verurteilte einen der beiden sogenannten „Kickbox-Zwillinge“ zu acht Jahren Haft.

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Insgesamt zehn Monate lang beschäftigte sich die 15. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt mit dem Fall, am Ende verurteilte sie ´den Angeklagten zu acht Jahren Haft wegen Schutzgelderpressung, räuberischer Erpressung, Betruges, gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und Bestechung.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte gemeinsam mit seinem bislang noch flüchtigen Bruder in der gemeinsamen Kampfschule Jugendliche zu Schlägern ausbildete, um Schutzgelder von türkischen Geschäftsleuten zu erpressen. Drei weitere Männer sind in diesem Zusammenhang bereits verurteilt worden.

Der Angeklagte und sein flüchtiger Zwillingsbruder hätten sich „wie die Paten von Offenbach" benommen und Geschäftsleute in Angst und Schrecken versetzt, sagte die Vorsitzende Richterin. Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft gefordert, die Verteidigung fünf Jahre.

Der Angeklagte hatte einen Teil der Taten gestanden. In einzelnen Fällen waren unter Androhung und Einsatz von Gewalt Beträge im hohen fünfstelligen Bereich erpresst worden. Der 35-Jährige stand seit Juni vergangenen Jahres vor Gericht.

Ursprünglich saßen in dem Verfahren sieben Männer und eine Frau auf der Anklagebank. Dabei ging es auch um betrügerische Bank- und Immobiliengeschäfte. Es gab Bewährungsstrafen, ein Mann wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

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