Festival um den „Amarena“-Preis kommt nach Offenbach

Qualität und Vielfalt des Amateurtheaters

Offenbach - Was das Amateurtheater zu leisten vermag, das soll kenntlich werden beim Festival zum Deutschen Amateurtheaterpreis „Amarena“ vom 22. bis 24. September in Offenbach. Von Stefan Michalzik 

Den Qualitätsstandard durch Weiterbildung zu verbessern, das hat sich der Ausrichter, der in Berlin ansässige Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) zum Ziel erklärt. Vergeben wird der Preis in fünf Sparten. Das junge Ensemble der sich selbst als „Freies Theater“ definierenden Cammerspiele Leipzig, Preisträger der Sparte Schauspiel, arbeitet in seinem Stück „Die (Selbst)Natürlichen“ nach Denis Diderot in einer laut Begründung der Jury mit den Mitteln der Commedia dell’Arte. Den modernen Klassiker „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt hat das Theater Uhu aus Bonn (Sparte Seniorentheater) mit den Mitteln des Volkstheaters einstudiert. Auf einem tatsächlichen Vorfall, der Vergewaltigung einer 16-Jährigen auf mehreren Partys, fußt das selbstentwickelte Stück „Touch Down“ des Piccolo Theater Jugendclubs aus Cottbus (Sparte Kinder- und/oder Jugendtheater). Mit den Mitteln des zeitgenössischen Tanzes arbeitet die Choreographie „Ich bin. Aber ich habe mich noch nicht.“ von der Juniorcompany der Älteren des Leipziger Tanztheaters (Sparte Musik-/Tanz- oder Bewegungstheater).

Im Sinne der Inklusion arbeitet das Heyoka Theater aus Ulm (Sparte Offene Theaterformen) mit gesunden Menschen und solchen, die körperlich behindert oder psychisch erkrankt sind. „Walking in between“ handelt von den letzten Dingen, von Geburt und Tod. 130 Bewerbungen hat ein Kuratorium gesichtet, aus 15 nominierten Ensembles wählte eine sechsköpfige Fachjury unter Vorsitz von Rainer Mennicken, Intendant des Linzer Landestheaters, die Preisträger aus. „Spiellust, emotionales Engagement und handwerkliche Perfektion“ nennt Mennicken als Attribute. Der Preis amarena ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Gespielt wird an drei Orten in der Stadt: der alten Schlosserei auf dem Gelände der Energieversorgung Offenbach, im Deutschen Ledermuseums und im Hafen 2.

Mit interkultureller Musik, Theater, Tanz und Akrobatik eröffnet die Gruppe United Unicorn die Vorstellungen, ein Ensemble mit Geflüchteten aus Esslingen. Theater mit Geflüchteten ist neuerdings ein Feld für viele der 2 400 im BDAT organisierten Ensembles.

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