Abriss bis Ende 2016, Neubau an zentraler Stelle

Rathaus-Center statt City-Passage

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So soll es einmal aussehen: Der Architekten-Entwurf sieht für die Frankfurter Straße einen dreigeschossigen Baukörper vor, dessen Traufhöhe sich an den Höhen der umliegenden Gebäude orientiert. Zur Orientierung: Das scheinbar eingekeilte Haus (rechts) beherbergt die Steinmetz’sche Buchhandlung.

Offenbach - Boutique, Obst- und Gemüsehandel, Plattengeschäft... Die City-Passage war seit Ende der 70er Jahren eine bekannte Adresse. Der Verfall begann langsam, am Ende war lediglich eine Spielothek übrig. Sehr zum Leidwesen der Stadt.

Nach jahrelanger Hängepartie ist, wie berichtet, der Weg frei für einen Neubau an zentraler Stelle. Den verantwortet die Frankfurter Real Equity. Die Abstimmungen mit der Stadt seien „sehr kooperativ und positiv“, der Wunsch nach Neuausrichtung der Fußgängerzone spürbar gewesen. Dr. Andreas Blaschkowski, Gesellschafter und Geschäftsführer des Frankfurter Unternehmens Real Equity, ist von der Lage und dem Standort Offenbach überzeugt: „Der hat sich in den letzten Jahren zunehmend positiv entwickelt. Die fußläufige Frequenz ist im Vergleich zu ähnlichen Lagen sehr hoch.“ Der öden City-Passage folgt das Rathaus-Center. Mit großen Zielen: Es soll das Niveau der Shoppingflächen und Aufenthaltsqualität der Innenstadt erhöhen.

Ende der 70er Jahre wurde die City Passage gebaut, die auch als „Schwind-Passage“ bekannt ist. Nun kommt das endgültige Aus für den zweigeschossige Komplex.

Die Stadt begrüßt das private Bauprojekt zur Errichtung neuer Ladengeschäfte an der Frankfurter Straße. „Wir erhoffen uns von der Errichtung des Rathaus-Centers einen entscheidenden Impuls zur Belebung der westlichen Fußgängerzone“, so der Oberbürgermeister. Die zuständigen Behörden hätten deshalb intensive Gespräche mit dem Investor geführt, um Lösungen für Detailfragen wie den Anlieferverkehr und den Zugang zur Rathaus-Tiefgarage zu finden. Horst Schneider freut sich insbesondere darüber, dass Private Equity auf eigene Kosten einen behindertengerechten Aufzug zur Tiefgarage baut. Für die Stadt und den örtlichen Einzelhandel war und ist der langanhaltende Leerstand der „verwahrlosten“ City Passage ein andauerndes Ärgernis. „Wir bemühen uns seit Jahren um eine positive Entwicklung dieses Standorts“, so Schneider. Zuletzt hatte ein bestehender Mietvertrag mit einer Spielhalle zu Verzögerungen geführt. Der Abrissantrag für die City-Passage ist inzwischen bei der Bauaufsicht eingegangen.

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Das Frankfurter Unternehmen wird dort ein neues Gebäude errichten. Entwickelt wurden Pläne für ein „modernes Shopping Center“ mit Ladenflächen in Unter-, Erd- und 1. Obergeschoss – gegebenenfalls mit einer Option für den zweiten Stock. Durch lichte Geschosshöhen von fünf Meter werde „Großzügigkeit erreicht, die modernsten Anforderungen an Verkaufsflächen genügen“. Ohne in Details zu möglichen Mietern zu gehen, heißt es in einer Mitteilung von Real Equity: Ins Untergeschoss kommt ein Nahversorger – also Lebensmittel –, ins Parterre und darüber Textil und sonstige Anbieter. Alle Läden werden direkt über die Frankfurter Straße angebunden. Für das neue Center ist eine großzügige Schaufensterfassade mit 60 Meter Länge bei 40 Meter Gebäudetiefe vorgesehen.

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Innerhalb des Gebäudes wird es Verbindungen für größere Mieter in Form von Rolltreppen in die oberen Stockwerke geben. Im Erdgeschoss sind bis zu fünf Mieteinheiten geplant. Der Entwurf sieht einen dreigeschossigen Baukörper vor, dessen Traufhöhe sich an den Höhen der umliegenden Gebäude orientiert. Rötlich gefärbter Backstein umrahmt die von den Mietern gewünschten großflächigen Verglasungen, „und wird zum neuen markanten Anziehungspunkt, dessen Fassaden sich in das räumliche Gefüge der Fußgängerzone einpassen“.

Zur Beruhigung des Stadthofs wurde das Parken aus dem Gebäude herausgenommen. Stattdessen erfolgt eine fußläufige Anbindung direkt an die Tiefgarage des Rathauses. Hieraus hat sich der Name des Projektes „Rathaus Center“ ergeben. Der bisher fehlende behindertengerechte Aufzug zur Tiefgarage des Rathaus werde nun über das Rathaus-Center ermöglicht. Aufgrund der geringen Anzahl an Ladeneinheiten (sechs bis sieben) sei mit keinem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. mk

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