Redux GmbH verlässt den Standort Dietzenbach

Recycling nach Offenbach verlegt

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Redux-Geschäftsführer Holger Kuhlmann zeigt an der neuen Anlage in Offenbach Batterien, die recycelt werden. Das Unternehmen zieht von Dietzenbach in die Lederstadt und ist von der Saubermacher AG übernommen worden.

Offenbach - Das Recycling von Batterien wird gerade in Zeiten der Elektromobilität immer wichtiger. Das international tätige Unternehmen Redux hat eine moderne Anlage in Offenbach installiert. Von Marc Kuhn 

Die Redux Recycling GmbH war am Standort in Dietzenbach an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Dort konnten im Jahr maximal 12 000 Tonnen alte Batterien verarbeitet werden, wie Geschäftsführer Holger Kuhlmann sagte. Deshalb hat das Unternehmen gestern in Offenbach eine neue Anlage eröffnet. Hier werden in Zukunft bis zu 25 000 Tonnen Batterien jährlich verwertet, erklärte Kuhlmann. Das entspricht rund einer Milliarde Batterien. Die gleiche Menge kann am zweiten Standort von Redux in Bremerhaven verarbeitet werden. „Ich bin sehr stolz hier zu sein“, sagte Hans Roth in Offenbach. Er ist Gründer und Inhaber der Saubermacher Dienstleistungs AG. Das Recyclingunternehmen mit Sitz im österreichischen Graz hat Redux übernommen und zwei Millionen Euro in den neuen Standort investiert. In Offenbach und Bremerhaven arbeiten jeweils 40 Mitarbeiter.

„Saubermacher ist in Österreich die Nummer Eins im Bereich Sammlung und Sortierung von Gerätebatterien, hatte jedoch keine eigene Aufbereitung“, erklärte Gerhard Ziehenberger, Technik-Vorstand bei Saubermacher. „Seit Jahren liefern wir unsere Batterien zur Redux und pflegen dadurch eine sehr gute Partnerschaft. Als die Anteile zum Verkauf standen, war es für uns ein logischer Schritt mitzubieten.“ Die Firmen wollen mehr Wertstoffe aus alten Batterien herauszuholen, um sie für die Herstellung von Batterien einsetzen. Darüber hinaus betreibt Saubermacher Forschungsarbeit bei der Verwertung von Lithium-Ionen-Batterien aus dem Mobilitätsbereich. Viele Regierungen, unter anderem in Deutschland, wollen mit Anreizen der E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen. „Wir gehen von stark steigenden Mengen aus und streben mit Redux die Marktführerschaft an“, berichtete Roth. „Wir stehen vor einer gewaltigen Revolution“, erklärte Ralf Mittermayer, Vorstand bei Saubermacher mit Blick auf die Elektromobilität. Bereits heute sei jedes fünfte in Österreich verkaufte Fahrrad ein E-Bike.

Bis Ende August wird die Sortierung und Verwertung von Batterien in Dietzenbach eingestellt. Die gestern in Offenbach eröffnete Anlage solle am 1. Juli in Betrieb gehen, erläuterte Kuhlmann. In ihr kommen neue Technologien für die Aufbereitung von Batterien zum Einsatz. „Damit wird eine echte Kreislaufführung bei Gerätebatterien erstmals zum industriellen Standard“, hieß es. „Batterien sind unheimlich spannend“, sagte Kuhlmann. Etwa 30 Mitarbeiter von Redux erkennen die unterschiedlichen Arten und sortieren sie künftig in Offenbach von Hand. Die Angestellten seien Spezialisten, betonte Kuhlmann. Durchschnittlich wiegt eine Batterie nach seinen Worten 28 Gramm. Etwa 300 Kilogramm können pro Stunde von den Mitarbeitern von Redux sortiert werden.

Recycling ist sexy

Die Anlage arbeitet dann automatisch. In elektrochemischen Prozessen werden die Batterien in ihre Bestandteile zerlegt. „Wir bauen die Batterien im Prinzip zurück“, sagte Kuhlmann. Stoffe wie Zink, Mangan, Kupfer und Aluminium können schließlich weiter verwendet werden. Rund 80 Prozent einer Batterie können verarbeitet werden. Verschiedene Industrien haben Interesse an den Inhaltsstoffen. Zudem hat Redux mit der Firma Energizer im April des vergangenen Jahres eine Batterie auf den Markt gebracht, die mit recycelten Bestandteilen hergestellt wird. Bisher liege der Anteil dieser Materialien erst bei vier Prozent, erklärte der Redux-Geschäftsführer. Er solle aber auf 40 Prozent steigen.

Zuversichtlich für ihr Geschäftsmodell sind Redux und Saubermacher nicht zuletzt wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Rücknahmequoten, die die Industrie einhalten muss. Sie liegen bei 45 Prozent der Batterien. Für die Einhaltung der Vorgaben sind die sogenannten Rücknahmesysteme zuständig. Das größte in Deutschland ist die Stiftung GRS-Batterien, wie Kuhlmann erklärte. Sie habe etwa 3 500 Hersteller und Importeure von Batterien unter Vertrag. Von ihr werde auch die Redux GmbH bezahlt. Sie habe rund 40 Kunden auf der Welt, berichtete Kuhlmann weiter. „Es gibt noch ein paar weiße Flecken, die werden wir in Zukunft mit Saubermacher abdecken können“, erläuterte der Geschäftsführer.

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