Visionen für Kooperation mit Frankfurt

Renaissance-Traum für die Straßenbahn

Offenbach - Eventuell aufkommende Befürchtungen will der Oberbürgermeister gleich im Keim ersticken: „Stadtraum ohne Grenzen heißt nicht, dass Frankfurt und Offenbach fusionieren." Von Matthias Dahmer

Horst Schneider bezieht sich gestern auf einen entsprechend betitelten Bericht vom Mai des vergangenen Jahres. Darin hatten Experten des international agierenden Urban Land Institutes (ULI) Ideen und Strategien zur noch engeren Kooperation der beiden Städte präsentiert. Nun soll der Bericht der ULI-Vordenker in ein gemeinsames Umsetzungskonzept münden, was zunächst eines politischen Grundsatzbeschlusses bedarf. Der Offenbacher Magistrat hat einen solchen bereits gefasst, das Stadtparlament ist dazu am 25. Februar aufgefordert. Einen analogen Grundsatzbeschluss wird es auch in Frankfurt geben.

„Frankfurt und Offenbach sind wie ein Puzzle, dessen Teile zusammengefügt das Bild einer größeren Gemeinschaft und Wirtschaft ergeben“, heißt es in dem von zehn Fachleuten aus der Regionalplanung, Stadtplanung und Immobilienwirtschaft vorgelegten Bericht. Darin wird beispielsweise empfohlen, dem Kaiserlei ein neues Image zu verleihen. Nach Vorstellung der Experten könnte er zum Kern des neuen „globalen Frankfurt“ werden. Zusätzlich soll der öffentliche Raum entlang des Mains aufgewertet und in den Grüngürtel integriert werden.

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Hierbei stellen sich die Sachverständigen unter anderem einen Park vor, der als Demonstrationsprojekt die beiden Städte sowohl faktisch als auch optisch zusammenführt. Zur Umsetzung der Vision schlägt das ULI die Gründung einer Zweckgesellschaft vor, die das Gebiet planen und erschließen soll.

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Weitere Empfehlungen betreffen eine gemeinsame Flächennutzungsplanung und Verbesserungen im Nahverkehr. Zu letzteren zählt der Vorschlag einer S-Bahnverbindung vom Offenbacher Hauptbahnhof über den Frankfurter Südbahnhof direkt zum Flughafen, also eine „S-Bahn-Südtangente“. Auch die gute alte Straßenbahn wollen die ULI-Leute reaktivieren. OB Horst Schneider könnte sich eine Verbindung von Fechenheim über das neue Hafenviertel nach Oberrad vorstellen. Weiter auf der Ideenliste: Eine einheitliche Tarifzone im Rhein-Main-Verkehrsverbund sowie zusätzliche Verbindungen über den Main mittels Wassertaxi.

Dass die Kooperations-Visionen der internationalen Experten mit dem Offenbacher Masterplan prima kompatibel sind, zeigt sich für den Oberbürgermeister an dem im Plan aufgeführten Projekt für eine Fußgängerbrücke über den Main vom Isenburger Schloss in die Fechenheimer Mainauen. Frankfurt habe bereits beschlossen, mehrere Millionen Euro in die Hand zu nehmen, um die Auen zu renaturieren, so Schneider. Deshalb sei die Brücke auch ein ganz wichtiger Punkt beim Masterplan.

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