DRK-Geburtstagskonzert in der Stadthalle

„Das sicherste Festival der Welt“ mit den Monotones

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Den Fans der Rodgau Monotones gefällt’s natürlich, wenn die Band ihre diversen Klassiker und der proppenvollen Stadthalle durch die Verstärker jagt.

Offenbach - Begeht ein Wohlfahrtsverband wie das Rote Kreuz einen runden Geburtstag, ist das gebührend zu feiern: Seit 150 Jahren sind Helfer für das DRK in Stadt und Kreis tätig. Von Jan Schuba 

Für das vielfältige Engagement machte sich der Kreisverband ein besonderes Geschenk und hatte alle miteingebunden: Die Rodgau Monotones gratulierten lautstark dem DRK. Ehe die Monotones rocken, stehen zunächst die „Jukes“ auf der Bühne: „Wir haben jetzt die ehrenvolle Aufgabe, euch ein bisschen heiß zu machen.“ Und das bei diesen Temperaturen... Das gelingt ihnen spielend mit ihrer Mischung aus Rock, Reggae, Blues und Funk. Kein Wunder, nicht zuletzt durch den Hessischen Rock & Pop-Preis, den die „Jukes“ 2015 für sich entschieden, können Marvyn, Michael, Julien und Lukas aus Rödermark mittlerweile auf eine eigene Fangemeinde blicken. In einer solchen Formation eher ungewöhnlich ist der Kontrabass, der effektvoll zu den knackigen Riffs eingesetzt wird.

Schon während die „Jukes“ ihr Vorprogramm spielen, ist die Stadthalle prall gefüllt. Draußen genießen aber noch etliche Besucher Bier und Snacks in der warmen Spätsommerluft und man ahnt, dass die Stadthalle an diesem Abend noch rappelvoll wird. Als die Monotones gegen 21 Uhr die Bühne betreten, jubeln ihnen mehr als 3500 begeisterte Fans entgegen. Obwohl die Band selbst schon beinahe 40 Jahre auf dem Buckel hat, bringen Kerstin Pfau und Peter „Osti“ Osterwold am Mikrophon, Ali Neander und Raimund „Ray“ Salg an den Gitarren, Joachim „Joky“ Becker, Matthias „Mattl“ Dörsam am Saxophon und Jürgen „Mob“ Böttcher zwei Stunden mit gewohnter Power und Humor auf die Bretter, die sich gewaschen haben. Denn bei den „Rodgaus“ wird nicht einfach nur zugehört, sondern getreu dem Motto „Wir sind hier nicht bei Carmen Nebel!“ einiges abverlangt: Hier wird das Publikum voll gefordert, stimmlich und bewegungstechnisch – aber das steigert nur die Laune der Fans, die ohnehin alle Songs ihrer Lieblinge lautstark mitsingen.

Dass es jemandem zuviel werden könnte, darüber macht „Osti“ sich insbesondere bei der vom Roten Kreuz präsentierten Veranstaltung keine Sorgen: „Das hier ist das sicherste Festival der Welt!“. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das Publikum sich generationsübergreifend vom vergnügten Kind bis zur ausgelassenen Seniorin erstreckt.

Offenbach rockt zu den Rodgau Monotones

Dass altbekannte Erfolgsstücke wie der Inbegriff der hessischen Begrüßung „Ei gude wie“ Begeisterungsstürme bei den Zuschauern entfachen, überrascht niemanden. Jedoch ist die Band am Samstagabend auch für Neues gut und präsentiert Songs des jüngsten Albums „Genial“. Das haben die eingefleischten Fans aber längst intus und sind daher bei Songs wie „E bissie was geht immer“, „Das macht uns keiner nach“ oder das „hessische Seemannslied aus der Zeit, an der Offenbach noch am Meer lag“ und „Hundert Fässer grüne Soße“ dabei.

Ein großes Lob verdient an diesem Abend die Tontechnik, die die Stadthalle mit sattem Klang füllt, jedes auf der Bühne gesprochene und vor allem gesungene Wort verständlich macht und einen gesunden Pegel findet, der das Rock’n’Roll-Gefühl fördert, aber die Ohren nicht zu massiv strapaziert. Und wenn sich im Glückstaumel bei den Krachern der Rodgau Monotones schließlich auch Offenbacher und Frankfurter einträchtig in den Armen liegen, lässt sich das bestens mit einem der Songtitel umschreiben: „Wie geil ist das denn?“

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