Fall Mark Herbert

In den Rollstuhl geprügelt: Prozess gegen Schläger beginnt

Offenbach/Darmstadt - Mark Herbert sitzt nach brutalen Schlägen und Tritten im Rollstuhl. Erst Jahre später wird der mutmaßliche Angreifer festgenommen. Jetzt muss er vor Gericht.

Mehrmals soll der junge Mann den Kopf seines Opfers mit voller Wucht gegen die Mauer geschlagen haben. Drei Halswirbel brachen, der Mark Herbert sitzt seither im Rollstuhl. Jetzt sitzt der heute 30 Jahre alte mutmaßliche Täter wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung auf der Anklagebank. Vor dem Landgericht Darmstadt beginnt am Mittwoch (13 Uhr) der Prozess.

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Der lebensgefährliche Angriff ereignete sich im August 2012 beim Aussichtsturmfest in Offenbach. Mutmaßlicher Täter und Opfer stammten beide aus der Stadt, sollen sich vor dem Streit aber nicht näher gekannt haben. Nach Polizeiangaben war die Auseinandersetzung aus einem nichtigen Grund ausgebrochen. Zwar erhielten die Beamten schon kurz nach der Tat mehrere anonyme Hinweise auf den 30-Jährigen. Er war den Ermittlern auch bereits wegen anderer Gewaltdelikte aufgefallen. Doch trotz mehrerer öffentlicher Aufrufe in den Medien und einer bewegenden Videobotschaft des Opfers bei einem Fußballspiel der Offenbacher Kickers war lange Zeit niemand bereit, sich namentlich zu melden und eine vor Gericht verwertbare Aussage zu machen.

Erst rund drei Jahre nach der Tat im Herbst 2015 wurde der mit einem Haftbefehl gesuchte mutmaßliche Täter festgenommen. Zu dem Haftbefehl hatten Hinweise nach der TV-Sendung "Aktenzeichen XY" geführt, in der der Fall präsentiert wurde. Zudem war eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise auf den Täter ausgesetzt worden. Zeugen sind nach Angaben einer Gerichtssprecherin zum Prozessauftakt nicht geladen. Angesetzt sind sieben weitere Verhandlungstage. Das Urteil könnte Ende Juli fallen.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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