„Rosis Bierpub“: Wohnzimmer für Kickersfans

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Rosi Neels (Zweite von rechts) feierte mit treuen Gästen und Freunden feucht-fröhlich das 20-jährige Bestehen ihres Bierpubs in der Nähe des OFC-Stadions.  (c)Foto: Georg

Bieber - Seit genau 20 Jahren betreibt Wirtin Neels die Kneipe „Rosis Bierpub“ am Bieberer Berg, feierte nun im kleinen Kreis Jubiläum. Ihr Herz schlägt für den OFC und seine Anhänger – ihre treuesten Gäste. Von Veronika Schade

Für viele Kickersfans ist es keine Frage, wohin sie nach dem Spiel auf einen Absacker gehen. Zur Rosi selbstverständlich! Seit 20 Jahren ist „Rosis Bierpub“ schräg gegenüber vom Stadion an der Aschaffenburger Straße 118 der Ort, an dem sie das Spiel Revue passieren lassen, ihren Frust verarbeiten oder den Sieg feiern. Das runde Kneipenjubiläum feierte Wirtin Rosi Neels mit einer gemütlichen Runde von etwa 30 Leuten, die ihrer kleinen Kneipe seit Jahren die Treue halten. „Es war toll. Ich habe leckeren Kartoffel- und Nudelsalat gemacht, Frikadellen und Rindswürstchen. Geschenke gab es viele, aber keine Blumen. Die wollte ich nicht“, sagt sie augenzwinkernd.

Rosi ist mehr die Frau fürs Praktische. Mit ihren fast 73 Jahren packt sie ordentlich an, stemmt ihr „Kneibsche“, bis auf gelegentliche Hilfe vom Sohn, nach wie vor allein – oft bis tief in die Nacht. „Ich renn und mach und tu, und zwar aus Überzeugung“, sagt sie und lächelt verschmitzt. Ihre Ambition ist, die älteste aktive Wirtin der Stadt zu werden. „Zehn Jahre müssen noch drin sein.“

Mehr als 40 Jahre Erfahrung

Die gebürtige Magdeburgerin blickt auf eine mehr als 40-jährige Erfahrung in der Gastronomie zurück. Zehn Jahre lang war sie für die Bar des Bieberer Bowlingcenters zuständig, lernte in dieser Zeit die Offenbacher Fankultur kennen und lieben. Von 1986 bis 1994 war sie die erste Frau im Förderkreis des OFC. Als sie 1995 das Angebot bekam, „Mickys Pub“ zu übernehmen, zögerte sie nicht lange. Sie gab ihm den Namen „Rosis Bierpub“ und wusste schnell, dass Kickers-Fans ihre Hauptzielgruppe sein sollten.

Und diese fühlten sich in der kleinen Kneipe, in der so manches Freibier floss, immer mehr wie in einem Wohnzimmer. Rosi hat viele Erinnerungsstücke gesammelt – in Form von Zeitungsausschnitten, Postern und ihrer geliebten Fotowand: „An ihr sieht man, wie schön wir immer gefeiert haben.“ Auch Kickers-Legenden wie Otto Rehhagel, Waldemar Klein oder Rudi Völler hat sie schon abgelichtet. Dass keine Spieler und Trainer mehr in ihre Kneipe kommen, bedauert sie. Aber an ihrer Leidenschaft ändert es nichts.

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Bei einem Thema wird die Frau, die so gern lacht, ihre Augen und Lippen wie eh und je grell schminkt und deren Haar in Kickers-Rot erstrahlt, ganz traurig: „In letzter Zeit läuft es nicht mehr so rund.“ Nachdem sie ihre Kneipe für ein halbes Jahr schließen musste, weil sie ein künstliches Kniegelenk bekam, seien viele Gäste weggeblieben. „Sogar Stammgäste“, seufzt sie. Die Haupteinnahmen bescheren ihr Spieltage. „Ohne die Kickers wäre ich pleite.“

Sie ist aber optimistisch, die Durstrecke zu überwinden: „Schon am Anfang war es sehr schwer, zwischendrin lief es richtig gut. So ist das eben in der Gastronomie.“ Und sie geht mit der Zeit, hat für ihre Kneipe eine Facebook-Seite eingerichtet.

Vor Pokalspielen, auch vor dem anstehenden, öffnet sie vier Stunden vor Anpfiff. Wie lange ihr Bierpub danach offen bleibt, hängt von den Gästen ab. „Die längste Nacht ging bis 7.30 Uhr“, erzählt sie. Am besten geht stets frisch gezapftes Bier über die Theke, gefolgt von Äppler. Dabei mache es bei der Trinklust übrigens keinen Unterschied, ob die Kickers gewonnen oder verloren hätten. „Diese Saison gab es ja bisher nur Grund zum Feiern“, sagt Rosi freudestrahlend. „Ich drücke den Kickers alle Daumen, dass es so weitergeht und sie aufsteigen!“

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