Vereine präsentieren sich

Vom Sofa an den Ring

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Fußball mit Knautschzone: Der Trendsport Bubble Football war eines von zahlreichen Angeboten beim Familiensportfest „Runter vom sofa - raus aus dem Haus“, das gestern im Sana-Sportpark am Wiener Ring die Besucher lockte.

Offenbach - Zugegeben: Es fällt schwer, in diesen Tagen nicht von Fußball zu reden. Dass Sport mehr ist als das Spiel mit dem runden Leder, zeigte Offenbach gestern bei der Veranstaltung „Runter vom Sofa- raus aus dem Haus“ im Sana-Sportpark am Wiener Ring. Von Matthias Dahmer 

Unmöglich, alle und alles aufzuzählen: Mehrere Dutzend Vereine und Organisationen haben auf dem großen Rasenplatz am Wiener Ring ihre Sportgeräte zum Ausprobieren und die mit Info-Blättern bestückten Stände aufgebaut. Es sind vor allem jene Vereine aus Stadt und Kreis, die es üblicherweise nicht oder noch nicht in die Schlagzeilen der Medien schaffen. So betonen denn auch Offenbachs Sportamtschef Manfred Ginder und Parlamentschef Stephan Färber zur Begrüßung, dass sich heute, eher die Rand- und Trendsportarten präsentieren werden. Kreisbeigeordneter Carsten Müller spricht von einen wunderbaren Angebot und weist darauf hin, Spitzensport sei ohne Breitensport nicht möglich. Und der Sportkreisvorsitzende Peter Dinkel animiert die zunächst noch wenigen Besucher: „Probieren Sie die Sportarten aus.“

Bei einigen der insgesamt sechs Mitmach-Stationen lassen sich vor allem die jüngeren Gäste nicht lange bitten. Das Bungee-Trampolin ist ebenso umlagert wie das Bubble-Football-Feld. Das Spaß bringende Fußball-Spiel mit Knautschzone erlebt einen Boom in Deutschland. Und in Offenbach ist der Sitz des DBF, des Deutschen Bubble Football Bunds. Dessen Präsidentin Lena Burggraf weist darauf hin, die „Wildfische“ aus Offenbach seien derzeit das beste Team der Republik, demnächst gehe es zur WM nach Thailand.

Auf internationaler Bühne tummeln sich auch die OFC- Cheerleader, die akrobatische Übungen vorführen. Gerade habe eines der Teams den sechsten Platz bei den Europameisterschaften in Wien belegt, berichten Sandra Knippel und Gina Carr. Rund 40 Mitglieder im Alter von etwa 5 bis 30 Jahren zählen die „Shadow Cheer All Stars“. Die Könner trainieren drei Mal pro Woche in der Sporthalle der Goetheschule, in Wettkampf-Wochen kommen sie locker auf fünf Tage in der Woche, an denen sie ihrem Sport nachgehen.

Seit rund einem Jahr gibt es die Rhein-Main-Rockets, die American Footballer des OFC. Sie zählen an die 100 Mitglieder und spielen in der Verbandsliga, was bei Auswärtsbegegnungen – anders als bei den Kickern – Fahrten etwa bis nach Schwalmstadt, Gießen oder Bad Kreuznach erfordert, wie Head-Coach Holger Gräcmann berichtet. Auch wenn eine robuste Statur sicher nicht schaden kann – einzige Voraussetzungen, die Anfänger mitbringen müssten, so Gräcmann, sei „Lust auf den Sport“.

Bilder: Fest der Sportvereine

Etablierte Sportarten dürfen nicht fehlen: Beim Fechtclub gilt es, mit dem Florett in 40 Sekunden möglichst viele Treffer an einer mit wechselnd aufleuchteten Punkten bestückten Wand zu landen. Im Herbst starte eine Anfängergruppe für Sechs-bis Zehnjährige, wirbt Dagmar Tschender für die FCO-Nachwuchsarbeit. „Komm mit ins Boot heißt es beim ORV, bei dem man auf Schweiß treibenden Rudermaschinen Platz nehmen kann.

Eine Erfahrung, die sich erstaunlicherweise viele Kinder nicht entgehen lassen, ist der Rollstuhl-Parcours des Behinderten- und Reha-Sportverbands. Beachtung finden gleich zu Beginn Line-Dance der TSG Bürgel und Vorführungen des Boxclubs auf der Bühne, Denksport ist dagegen am großen Schachbrett gefragt. Abseits vom Hauptfeld locken die Boulefreunde, die Schützen von St.Hubertus aus Bieber und von SG Tell Dietzenbach. Am Klettermobil der Sportjugend Hessen traut sich noch keiner hoch zu kraxeln. Dagegen greifen einige zu den ausgelegten guten alten Frisbee-Scheiben. Nicht jede kommt beim Mitwerfer an, schnell zeigt sich: Auch das will geübt sein.

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