Kein Zurück fürs Bürgerbüro

Rathaus-Sanierung soll bis Sommer 2017 fertig sein

+
Abstellkammer: Dort, wo sonst Offenbacher Politik gemacht wird, lagern derzeit Kunst und Möbel, die während der Rathaus-Sanierung keinen anderen Platz gefunden haben. Nach der Sommerpause 2017 kehren die Stadtverordneten aus dem Bieberer Exil zurück und tagen wieder im großen Sitzungssaal.

Offenbach - Die mehr als zehnjährige Sanierung des Rathauses geht ihrem Ende entgegen. Bis zum Sommer 2017 sollen die 7,45 Millionen Euro teuren Arbeiten im sogenannten Breitfuß und im Keller des seit 2006 denkmalgeschützten Gebäudes fertig sein. Das Bügerbüro kehrt indes nicht mehr ins Rathaus zurück. Von Matthias Dahmer

Anlass der 2004 beschlossenen und insgesamt 27,1 Million Euro verschlingenden Gesamt-Sanierung des Rathauses, die in elf Bauabschnitten ablief, waren unzureichender Brandschutz und nicht mehr zeitgemäße Gebäudetechnik. Weshalb das meiste, was erneuert wurde und wird, wie Leitungen und die Dämmung etwa, später kaum zu sehen ist. Hinzu kommen die Vorgaben des Denkmalschutzes. Da das Rathaus aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen als Kulturdenkmal eingestuft ist, finden sämtliche Maßnahmen nur innerhalb des Gebäudes statt. Doch auch dort saniert der Denkmalschutz immer mit. So dürfen beispielsweise holzvertäfelte Wände oder die Lampen im Foyer nicht angetastet werden. Es geht sogar noch weiter: „Der Staub auf dem ebenfalls denkmalgeschützten Sichtbeton darf nach Abschluss der Arbeiten wegen möglicher Verfärbungen nicht abgewaschen, sondern muss abgesaugt werden“, erläutert Projektleiterin Ute Listmann gestern beim Rundgang.

Kümmert sich darum, dass bei der Rathaus-Sanierung die Koordination klappt: Projektleiterin Ute Listmann.

Für die zweijährige Sanierung mussten Dezernate und Fraktionen, das Bürgerbüro und das Standesamt in neue Räume ausweichen. Das Stadtparlament tagt noch bis zur Sommerpause 2017 in der Turnhalle des TV Bieber. Wobei sich im Stadtverordnetensitzungssaal des Rathauses bis auf Kleinigkeiten nichts ändert. „Das ist unser Zwischenlager für Kunst und Möbel“, so Listmann. Fest steht bereits, dass das Bürgerbüro mit seinen 50 Mitarbeitern, das derzeit im Bernardbau untergebracht ist, nicht mehr in sein ehemaliges Domizil zurückkehrt. Als Optionen werden gehandelt der Verbleib in der Herrnstraße, wo die Stadt einen Mietvertrag über 25 Jahre abgeschlossen hat, oder der Umzug in Räume im ehemaligen Gold-Pfeil-Gebäude an der Kaiserstraße. Das sei eine Frage der Kosten, im Übrigen bestehe kein Zeitdruck, heißt es. Wer die Bürgerbüro-Räume in Rathaus künftig nutzen wird, ist noch offen. Im Gespräch sind Abteilungen des Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach (EKO) und des Jugendamts.

Wie in den anderen Etagen auch gehört zur aktuellen Sanierung eine Erneuerung der Küchen und Toiletten. Das öffentliche WC im Erdgeschoss ist künftig ebenso wie die Toiletten im 14. Stock barrierefrei. Im gesamten Breitfuß wurden die Decken erneuert und neuer Teppichboden verlegt. Im Foyer werden demnächst die Windfänge sowie die Pförtnerloge saniert, die Pförtner sind in dieser Zeit in einem Container zu finden.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Offenbach (Teil 2)

Ein Teil des breiten Rathaus-Unterbaus, der Bauteil A, wo sich auch der behindertengerechte West-Eingang befindet, soll den Planungen zufolge bereits Ende dieses Jahres, spätestens Anfang des nächsten fertig sein. 2018, so kündigt Ute Listmann an, stehe dank des kommunalen Investitionsprogramms ein Austausch der Fenster auf dem Plan. Geldmangel habe bisher verhindert, diese zusammen mit der laufenden Sanierung in Angriff zu nehmen. Weil der Fensteraustausch von außen erfolge, werde das frisch sanierte Innere der Räume nicht angetastet, verspricht die Projektleiterin.

Die ursprünglichen Pläne sahen vor, die Arbeiten bereits im Jahre 2012 abzuschließen. Fehlende Finanzmittel in der Schutzschirm-Kommune Offenbach und das damit verbunde Veto des Regierungspräsidiums als Aufsichtsbehörde sowie Änderungen während der Sanierung führten dann aber zu Verzögerungen.

Kommentare