Offenbach avanciert bundesweit zum Vorbild

Die „schmutzige Schwester“ ist plötzlich gefragt

+

Offenbach/Frankfurt - Frankfurter lästern gerne über Offenbacher - unzählige Witze kursieren über die Nachbarstadt. Doch mittlerweile hat sich Frankfurts „schmutzige Schwester“ - wie das städtebaulich wenig attraktive und von sozialen Problemen geplagte Offenbach herablassend genannt wird - plötzlich zum trendigen Szene-Girl gemausert.

Die Architektur-Biennale in Venedig feiert im deutschen Pavillon Offenbach derzeit als „Arrival City“ - als Stadt mit dem höchsten Einwandereranteil in Deutschland, in der Menschen aus 155 Nationen friedlich miteinander leben. Offenbach avanciert so bundesweit zum Vorbild. Was oft als „Parallelgesellschaft“ kritisiert wurde, wird jetzt positiv gesehen.

Ein Grund für das gewandelte Image Offenbachs ist auch, dass immer mehr Frankfurter in den Nachbarort drängen, darunter viele Künstler, die sich die hohen Mieten in der Metropole nicht leisten können. Ein Kreativzentrum in Offenbach ist die Hochschule für Gestaltung (HfG). Und mit dem Robert Johnson hat Offenbach nahe des Kaiserlei an der Grenze zu Frankfurt einen der besten Techno-Clubs Deutschlands - auch wenn dessen legendärer Gründer Ata Macias Frankfurter ist.

Das sind die zehn höchsten Gebäude in Offenbach: Bilder

Wladimir Kaminers Film „Kulturlandschaften“ zu Offenbach wird am 24. August um 19.30 Uhr von 3sat ausgestrahlt.

Sogar der Berliner Schriftsteller Wladimir Kaminer („Russendisko“) hat sich auf den Weg nach Offenbach gemacht. Für den TV-Kultursender 3sat hat er sich in der hippen Szene umgesehen und diskutiert mit Künstlern über die Veränderungen in der Stadt.

Lesen Sie dazu auch: „Schmuddelige Schwester“: ZDF-Doku über Offenbach empört

Kommentare