Broschüre zum städtischen Haushalt

Schulden von Offenbach - leicht verständlich

Offenbach - „Haushalt Offenbach - Was macht die Stadt mit unserem Geld“ heißt eine kleine Broschüre, mit der dem Laien das komplizierte Werk eines städtischen Etats näher gebracht werden soll. Von Matthias Dahmer 

Hatte die Idee zu der Broschüre: Annika Gotta.

Die Idee dazu hatte die 19-Jährige Annika Gotta, die bei der Stadt ein Duales Studium absolviert. Selbst so manchem Stadtverordneten – diese Vermutung sei gewagt – ist der städtische Haushalt ein Buch mit sieben Siegeln. Die dicken Wälzer, welche die Kämmerei Jahr für Jahr produziert, durchblicken in ihren ganzen Verästelungen wohl nur die Wenigsten. Die gestern vorgestellte Broschüre soll als Einstieg in das Zahlenwerk dienen, Berührungsängste mit der trockenen Materie abbauen und Orientierung bieten, sagt Kämmerer Felix Schwenke. Die Auflage des 27 Seiten starken Heftchens im DIN A5-Format sei bewusst klein gehalten worden, so Schwenke. Gedruckte Exemplare gebe es wegen der Kosten nur auf Anfrage. Die Broschüre sollen sich Interessenten vor allem von der städtischen Internetseiten herunterladen.

In der Tat ist mit dem Heftchen der Versuch gelungen, einen ersten Einstieg ins Verstehen kommunaler Finanzverwaltung zu bieten. Dem Leser wird zunächst mittels leicht verständlichem Text und Schaubild erklärt, was ein Haushaltsplan ist und wie er entsteht. Es schließen sich Zahlen und Fakten zu den Etas von 2014 bis 2016 an, ehe die einzelnen sogenannten Produktbereiche in Texten, Bildern und Tabellen vorgestellt werden. Die Broschüre schließt mit Diagrammen zu Erträgen und Aufwendungen sowie zum Gesamtschuldenstadt Offenbachs, der sich seit 2012 knapp unter einer Milliarde Euro bewegt.

Für Idee und Umsetzung zeichnet Annika Gotta verantwortlich. Die 19-Jährige absolviert ein Duales Studium zur Inspektorenanwärterin. Das setzt sich zusammen aus einem dreijährigen Studium an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Mühlheim, zu dem Praxisblöcke in der Stadtverwaltung Offenbach gehören. Gotta, eine von acht jungen Leuten bei der Stadtverwaltung, die sich in einem solchen Studium befinden, ist im ersten Lehrjahr und im zweiten Semester. Ihre derzeitige Station im Rathaus ist die Kämmerei.

So ganz neu sei die Idee nicht, bereits in den 70er-Jahren hab es mal eine ähnliche Ausarbeitung gegeben, die man „beim Aufräumen“ gefunden habe, so Markus Riedl. Der kommissarische stellvertretende Kämmerei-Leiter, der auch an der Mühlheimer Hochschule lehrt, unterstützte die Studentin bei ihrem Vorhaben. Wie Manfred Keller, Ausbildungsleiter bei der Stadtverwaltung, berichtet, sind derzeit 19 Auszubildende im Offenbacher Rathaus beschäftigt. Etwa je zur Hälfte werden sie zu Verwaltungsfachangestellten (dreijährige Berufsausbildung) ausgebildet beziehungsweise absolvieren ein Duales Studium mit dem Abschluss Bachelor of Arts (Inspektorenanwärter). Letztere befinden sich während der Ausbildung im Beamtenverhältnis auf Widerruf.

Für Kämmerer Felix Schwenke sendet die neue Broschüre zwei Botschaften aus: „Das komplizierte Werk des Haushalts kann im Zweifel jeder verstehen, und eine Ausbildung bei der Stadtverwaltung Offenbach kann Spaß machen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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