Schutzgeld auch ohne Drohungen

Offenbach (lhe) - Im Darmstädter Prozess gegen die mutmaßliche Bande von Schutzgelderpressern um die Offenbacher Kickbox-Zwillinge hat ein 33-jähriger Komplize den Hauptangeklagten (34) belastet.

Er sagte aus, man habe gemeinsam mehrfach einen Offenbacher Spielhallenbetreiber ausgenommen: „Wir haben ihm gedroht, seine Spielautomaten kaputt zu machen. “ Daraufhin sei das Geld geflossen. Insgesamt habe das Opfer mehrere zehntausend Euro an den Hauptangeklagten gezahlt. Der Mann habe zudem Kampfsportveranstaltungen „gesponsert“ und Deniz 28.000 Euro für eine Wohnungseinrichtung gegeben. Ein anderes Opfer soll monatlich 250 Euro an die Kampfsportschule der Brüder gezahlt haben.

Vor Gericht stehen acht Männer. Sie sollen in Offenbach vor allem Besitzer von Kiosken und Spielotheken erpresst haben. Drahtzieher sollen der 34-Jährige und sein noch flüchtiger Zwillingsbruder sein. Irgendwann habe die Gruppe in Offenbach niemandem mehr drohen müssen, sagte der Aussagewillige: „Wir hatten einen Ruf in der Stadt.“ Meist hätten Opfer auch ohne Drohung gezahlt.

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