Besitzerin bangt weiter um ihr Schweinchen

Wo ist Rudi? „Ich habe Angst, dass er gegrillt wird“

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Ein Foto aus glücklichen Zeiten: Susanne Stangl mit ihrem Mini-Eber Rudi. Das Schweinchen wurde am Wochenende jedoch aus seinem Gehege entführt. Seitdem gibt es keine Spur von ihm.

Offenbach - Überall wird nach dem Schweinchen namens Rudi gesucht: in Bürgel, in Offenbach, in der ganzen Region. Doch der Mini-Eber bleibt verschwunden. Sein Frauchen ist sicher, dass er entführt wurde. Nun redet sie mit uns über den Morgen, als Rudi plötzlich weg war, und über ihre größte Angst. Von Sarah Neder

Normalerweise ist Schweinchen Rudi der erste, der Susanne Stangl begrüßt, wenn sie in ihren Garten kommt. Noch vor den Ziegen, Enten und Hühnern, die die Bürgelerin an der Lammertstraße hält. „Er hat immer ganz aufgeregt gegrunzt“, erinnert sie sich wehmütig. Als sie an diesem Sonntagmorgen das Tor öffnet, bleibt Rudis Rüssel jedoch stumm. Das Mini-Schwein ist weg. Verschwunden. Aber nicht spurlos. Der Zaun zum Nachbargelände ist runter getreten. Susanne Stangl ist sofort klar: Das waren Diebe. Schon mehrfach wurde in ihren Garten nahe des Schultheißweihers eingebrochen. Mal fehlte eine Gartenschere, mal eine Pumpe. Jedoch nie ein Tier. Auch für die Polizei ist das etwas Außergewöhnliches. Einbrüche in Kleingärten seien zwar schon fast ein Massendelikt – gestohlene Schweine keineswegs.

Zunächst glaubt die 46-jährige Besitzerin noch, dass Rudi den Kriminellen entwischt sein könnte. „Es ist gar nicht so leicht, ihn zu fangen.“ Doch umso länger sie nach ihrem treuen Ringelschwänzler sucht, desto mehr schwindet ihre Hoffnung und steigt die Angst, was die Halunken bloß mit Rudi angestellt haben mögen. Sie weint. Dann meldet sie den Diebstahl bei der Polizei, die via Zeitung, Facebook und Twitter nach Rudi fahndet. Bis gestern gibt es nicht einen Hinweis auf das vermisste Mini-Schwein. Und Susanne Stangl macht sich ihre Gedanken, was mit ihrem noch nicht mal ein Jahr alten Schützling passiert ist.

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Dass die Täter das etwa 35 Zentimeter große und gerade mal elf Kilo schwere Klauentier als Wertobjekt haben mitgehen lassen, glaubt Stangl nicht. Zu gering sei die Ausbeute. „Für ein neues Mini-Schwein zahlt man 150 bis 300 Euro“, schätzt sie. Eine weitere Vermutung: Die Dunkelmänner wollen sich damit brüsten, ein Schwein geklaut zu haben. „Als eine Art Mutprobe“, sagt Stangl hoffnungsvoll. Das dritte Szenario treibt der tierlieben Postangestellten wieder Tränen in die Augen:„Ich habe Angst, dass sie Rudi essen, dass er gegrillt wird.“ Ein Indiz, das für diese traurige Annahme spricht: In der Nacht, in der Rudi verschwindet, wurden zwei Hasen aus dem etwa ein Kilometer entfernten Kleintierzuchtverein gestohlen. Ob es sich um die gleichen Täter handelt, ist unklar. Genauso, was mit den Langohren passiert ist. Susanne Stangl hofft jedoch inständig, dass sich niemand ein Festmahl bereiten wollte.

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