Birgit Kunz bereichert Wilhelmsplatz-Angebot

Ein Fest für Augen und Nase

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Markt-Adresse für besondere Blumen-Arrangements: Birgit Kunz (links) und ihre Mitarbeiterin Anja Jung.

Offenbach - Kaum mehr wegzudenken vom Wilhelmsplatz ist der Blumenstand von Birgit Kunz. Gleich am Markthäuschen gelegen, sind die Seligenstädterin und ihre Mitarbeiterinnen seit sechs Jahren Teil des Marktbetriebs. Doch der Anfang war nicht immer leicht. Von Thea Seyfang 

Beim Vorbeigehen ziehen einen automatisch die bunten Farben und Formen der vielen Blumen in Bann. Hier stehen bunte Sommersträuße, Lavendeltöpfchen, Herbstanemonen in Weiß und Lila, dort wunderschöne Rosen. Letztere sind ein besonderer Hingucker, denn sie sind in runde und herzförmige Kränze eingeflochten oder in Sträußchen gebunden und leuchten in Rosa, Rot und Rot-orange aus ausladenden silberglänzenden Schalen heraus. Aber die Rosen sind nicht nur schön, sie duften auch himmlisch. Besonders die rosa Rosen haben einen intensiven Geruch, was Anja Jung, die Verkäuferin, nicht extra erklären muss.

Seit 2010 ist der Stand auf dem Offenbacher Markt dabei. Wie immer seitdem freitags und samstags hat Birgit Kunz auch an diesem Freitag schon in der Nacht wertvolle Fracht von der Frankfurter Großmarkthalle nach Offenbach gebracht. Um 9.30 Uhr ist für einen Werktag doch schon erstaunlich viel los bei ihr. Fragen beantworten Birgit Kunz und ihre Kollegin in den wenigen kurzen Verkaufspausen. Wenn es mal ein Päuschen gebe, werde an den Rosenkränzen weitergearbeitet, sagt Anja Jung. Ein halb fertiger Rosenkranz liegt schon auf dem Verkaufstresen. Unter dem lagert das Rohmaterial, die Strohkränze, in Kisten verstaut.

Die Rosen werden ganz in der Nähe in Steinfurt bei Bad Nauheim, gezogen. Große Hitze mache den Rosen schon etwas aus, weiß Birgit Kunz, sie verbrennen dann. Platzregen können sie natürlich auch nicht gut vertragen. Rosen lieben „englisches Wetter“, gemäßigte Temperaturen, am besten mit Nieselregen verbunden. Dann gedeihen sie prächtig. Die gelernte Produktdesignerin arbeitete bei Nestlé, bevor sie den mutigen Schritt zur Selbstständigkeit wagte. Zunächst baute sie ihren Betrieb im Kleinen auf, verkaufte ihre Rosen erst nur in Seligenstadt auf dem Markt. „Um’s mal auszuprobieren“, wie sie sagt. Die Anfänge waren nicht einfach, teilweise musste Birgit Kunz alleine auf dem Markt stehen, wenn das Geld nicht für eine Verkaufshilfe reichte. Als der Verkauf lief, fuhr sie auch andere Märkte an.

Dabei musste sie dreimal hintereinander die Blumen im Auto zur Verkaufsstelle fahren: „Jeder Platz im Auto war mit Blumentöpfen belegt“, erinnert sich Anja Jung. Die Anhänger, in denen sie die Blumen heutzutage transportiert, waren damals einfach noch zu teuer für den gerade entstehenden Betrieb. Heute hat Birgit Kunz drei davon zur Verfügung und ausreichend Verkaufspersonal, das sie unterstützt. So kann sie gleichzeitig auf drei Wochenmärkten vertreten sein.

Bei der Erinnerung an die erste Zeit muss die Seligenstädterin doch mal auflachen: „Ach, das war schon was in diesen Tagen...“ Auch von einem eigenen Laden hat sie schon immer geträumt, und auch diesen Schritt hat sie seinerzeit gewagt. Seit nunmehr fünfzehn Jahren gibt es in ihrem Blumen- und Blumenbedarfsladen „Tausendschön“ in Seligenstadts Frankfurter Straße auch Steinbüsten, Blumentöpfe und Gartenmöbel.

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