Peter Schneider sieht „Panikmache“

SOH-Aufsichtsrat besteht auf Einsparungen

Offenbach - Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) hat sich gestern Nachmittag in einer Sondersitzung dafür ausgesprochen, dass bei der Tochtergesellschaft GBO nach dem ruhestandbedingten Ausscheiden des bisherigen Geschäftsführers Winfrid Männche dessen Position nicht wieder besetzt wird.

Wie berichtet, soll nach dem Willen der Magistratsmehrheit aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern (FW) die derzeitige FW-Fraktionschefin Annette Schroeder-Rupp den Posten erhalten. Der gestrige Beschluss des SOH-Aufsichtsrats hat lediglich empfehlenden Charakter. In der Sondersitzung, die nach Angaben des SOH-Aufsichtsratvorsitzenden Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) auf Drängen der Arbeitnehmervertretung einberufen wurde, hat sich das Gremium zu den Einsparungen im Zuge des „Convenio“ genannten Restrukturierungs-Prozesses bei der SOH bekannt und den Beschluss der Gesellschafterversammlung, sprich des Magistrats, kritisiert. Der Beschluss des Magistrats vom 14. September laufe den Ergebnissen des Projekts Convenio zuwider, heißt es. Sollten die im Convenio-Prozess errechneten Synergieeffekte und Einsparungen von einer Million Euro pro Jahr durch die vorgesehene doppelte Geschäftsführung in der Immobiliensparte nicht umgesetzt werden, sind nach Ansicht des SOH-Aufsichtsrates Arbeitsplätze in Gefahr. Diese Befürchtung stützt er auf weiter zu erwartende Defizite im öffentlichen Personennahverkehr sowie einen prognostizierten Ausschüttungsrückgang bei der EVO.

Bürgermeister Peter Schneider, der Teil der Koalitionsmehrheit im Magistrat ist, widerspricht in seiner Funktion als Aufsichtratschef der SOH-Tochter GBM vehement der Befürchtung, es stünden wegen der geplanten Beibehaltung des Geschäftsführerpostens Arbeitsplätze auf dem Spiel. Das sei reine Panikmache und schade Stadt und SOH. Der Geschäftsführer-Beschluss des Magistrats zur Bestellung von Schroeder-Rupp habe nichts mit dem Convenio-Prozess zu tun und werde insbesondere die angepeilten Synergie-Effekte nicht tangieren, so Peter Schneider. Im GBM-Aufsichtsrat, so war zu hören, stimmten alle Arbeitnehmervertreter dem Magistratsvorhaben zu. mad

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