Nie wieder mit Bus zum Sport

Bis Sommer 2017 soll Turnhalle der Schule Bieber fertig sein

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Pläne werden Wirklichkeit: Die Turnhalle der Grundschul-Dependance wurde vom Architektenbüro Baurconsult entworfen und soll eine Metallfassade bekommen. 

Waldhof - Vor zwei Jahren hat die Stadt den gut 7,3 Millionen Euro teuren Neubau für die Schule Bieber, Außenstelle Waldhof, eingeweiht. Jetzt kommt der Nachschlag – in Form einer Turnhalle. Nach langem Ringen erfüllt sich der Wunsch nach einer eigenen Sportstätte im Stadtteil. An der Ottersfuhrstraße rollen jetzt wieder die Bagger. Von Sarah Neder

Auch Dezernenten sind mal zur Grundschule gegangen. So hat Stadtkämmerer Dr. Felix Schwenke als Knirps die Grundschule in Waldhof besucht. Zum Sportunterricht fuhr die Klasse damals mit dem 102er an den Ostendplatz. „Das hat schonmal eine Viertelstunde gedauert“, erinnert sich Schwenke bei der gestrigen Pressekonferenz. Zeit, die später beim Turnen fehlte. Doch die Kinder mussten den weiten Weg auf sich nehmen. Denn: Damals hatte die Außenstelle keine eigene Sportstätte. Und sie hat sie bis heute nicht. Dieser Zustand wird sich ändern. Bald sticht der erste Spaten für den Neubau in den Boden, im Sommer 2017 soll die Turnhalle mit einer Nutzfläche von 570 Quadratmetern fertiggestellt sein. Mit der Planung beauftragt ist das Architektenbüro Baurconsult aus Frankfurt. Diplom-Ingenieur Michael Spengler schildert: „Die Halle besteht aus einer Metallkonstruktion und wird sieben Meter hoch.“ Auch die Fassade soll mit Metall verkleidet werden, sagt Spengler. Drinnen greife eine Klinkerwand die Optik des 2014 eröffneten Schulgebäudes auf. Die Deckenhöhe der Halle ist bei 5,50 Meter veranschlagt.

Froh, dass sich etwas tut: Bei einer gestrigen Pressekonferenz haben Vertreter der Stadt, die Leitung der Schule Bieber und Architekten des zuständigen Büros Baurconsult den Baubeginn der Turnhalle verkündet. Es ist die erste im Stadtteil Waldhof.  

„Das reicht zum Volleyballspielen“, wirft Oberbürgermeister Horst Schneider ein. Der Baudezernent hofft bei der Errichtung auf zwei Dinge: Auf einen unfallfreien Bau und auf die Einhaltung des Budgets – 2,7 Millionen Euro. Wobei die Stadt aus eigenen Mitteln 800.000 Euro beisteuert. Die restlichen 1,9 Millionen Euro werden aus Fördermitteln generiert. Der Etat umfasst nicht nur den Bau der Halle. Auch deren Ausstattung zählt zum Budget. Eine zwei Meter hohe Boulder-Wand zum Längsklettern und eine Slackline zum Balancieren sollen dort ihren Platz finden. Damit folgt man dem Trend flexibler Multifunktionsgeräte, die die Motorik der Kinder besser schulen sollen als statische Geräte, beispielsweise festinstallierte Kletterstangen. Die Planer werden auch das Areal vor der Turnhalle gestalten. „Es wird einen gepflasterten Eingang geben, aus dem verschiedene Bereiche gestanzt werden“, erläutert Spengler. Dort wird es einige Geräte zum Ausprobieren, aber auch Aufenthaltsinseln geben.

In einem Jahr wird die Zweigstelle der Schule Bieber also eine der modernsten Turnhallen in Offenbach besitzen. Dafür haben sich die Leitung und der Förderverein der zweizügigen Grundschule sowie der Arbeitskreis Waldhof jahrzehntelang engagiert. Bisher fehlten jedoch die Mittel, den Wunsch zu realisieren. Fördervereinsmitglied Christel Reichenbach erinnert sich an die Schulzeit ihrer mittlerweile erwachsenen Söhne. Auch sie mussten mit den Öffentlichen zum Sportunterricht fahren. „Das war immer ein Kampf“, sagt sie.

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Die Sporthalle hilft jedoch nicht nur Schülern und Lehrern, auch die Vereine können das Gebäude für Kurse und Veranstaltungen nutzen. Schuldezernent Peter Schneider merkt an: Der Baubeginn „hat länger gedauert, als es so mancher gerne gesehen hätte.“ Die 2,7 Millionen Euro seien „gut angelegtes Geld.“ Denn die Turnhalle, so der Bürgermeister, mache nicht nur die Grundschule komplett, sondern bereichere den gesamten Stadtteil.

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