Habermann: Landesmodell unattraktiv

SPD zweifelt am „Pakt für den Nachmittag“

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Symbolbild

Offenbach - Die SPD sieht den „Pakt für den Nachmittag“ mit Skepsis. „Ganztagsschulen, die Unterricht, Betreuung und Förderung im Wechsel über den Schultag verteilt anbieten können, sind für die Förderung der Kinder besser als Angebote, die am Vor- und Nachmittag von unterschiedlichen Trägern koordiniert werden müssen“, sagt Stadtverordnete Heike Habermann.

Sie räumt ein: Auch die SPD-Fraktion habe zugestimmt, dass zusätzliche Stellen über dieses Modell in die Grundschulen kämen. „Es ist der berühmte Spatz in der Hand, da das Land nicht bereit ist, den Ausbau von Ganztagsschulen angemessen zu fördern.“. Allerdings stelle sich die Frage, warum weniger als die Hälfte der fünfzehn Grundschulen in Offenbach Interesse bekundet hätten. Teilnehmende Schulen seien ausschließlich die, die auch bisher im Ganztagsklassenmodell der Stadt eingebunden gewesen seien, dazu die Hafenschule, die gerade gebaut werde. Offensichtlich sei das Modell nicht so attraktiv für die Schulen, wie die Erfolgsmeldungen des Kultusministeriums dieses nahe legten.

Bereits beim Start im vergangenen Jahr, so Habermann weiter, habe es bei den Schulträgern oft vergebliche Anstrengungen gegeben, ihre Grundschulen zu motivieren. „Zu den 57 Grundschulen, die 2015 in den Pakt aufgenommen wurden, kommen ab diesem Schuljahr 45 Grundschulen bei zehn Schulträgern in ganz Hessen dazu, davon sechs in Offenbach.“ Bei fast 1200 Grundschulen im Land könne wohl von einem verfehlten Angebot gesprochen werden. „Auch in den Offenbacher Grundschulen konnte wohl keine Begeisterung für das Landesmodell geweckt werden, viele arbeiten trotz eines Bedarfs an Ganztagsplätzen weiter mit bewährten Fördervereinen und warten auf die Ganztagsschule“, so Habermann. mad

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