„Vokabular diskriminiert“

SPD-Vize Marx zu Freiers Sessel-Aussage  

Gertrud Marx, Vize-Vorsitzende der SPD-Fraktion

Offenbach - Die Reaktion der Opposition auf einen Facebook-Eintrag von Stadtkämmerer Peter Freier ließ nicht lange auf sich warten.

„Als Dezernent in Offenbach sollte man auf seine Wortwahl achten, schließlich vertritt man die Stadt“, findet Gertrud Marx, Vize-Vorsitzende der SPD-Fraktion. Sie ärgert sich über „das diskriminierende Vokabular des neuen Integrationsdezernenten“. Christdemokrat Freier hatte es als „Schande“ bezeichnet, „was sich dort, von wenigen Ausnahmen abgesehen, für ein Volk herumlümmelt“. Wen er damit meine, fragt Marx: „Junge Menschen? Menschen mit Migrationshintergrund?“

Die Sozialdemokratin will das „Posting“ von Freier nicht überhöhen. Aber abfällige Äußerungen hätten ihre Wirkung, besonders wenn sie von Hauptamtlichen kämen, die eigentlich das Große und Ganze einer Stadt im Blick haben sollten. Falls es unter den Nutzern der roten Stühle Personen geben sollte, die Verschmutzung verursachen oder Sachbeschädigungen begehen, könnten sie von der Stadtpolizei ermahnt werden. „Ein beliebtes Angebot wie die roten Stühle abzuschaffen, weil einem sonst nichts anderes einfällt, ist jedenfalls nicht der richtige Weg“ so Marx.

Generell ärgert sie sich über zunehmende Kritik bezüglich der Nutzung öffentlicher Räume. Das gelte nicht nur für den Aliceplatz, sondern auch für die neu angelegte Hafentreppe: „Wer darf denn dort sitzen? Nur Bänkerinnen und Bänker? Nur Seniorinnen und Senioren, die miteinander flüstern?“ Offenbachs Freiflächen seien für alle da, schließlich sei man kein Kurort mit einem „Bitte Ruhe“ unter dem Stadtnamen. „Da schaffen wir Plätze zur Begegnung, und dann darf sich dort nach Meinung einiger kaum jemand aufhalten, das kann nicht im Sinne der Erfinderinnen sein“, so die genossin Marx. Offenbach sei eine junge und eine bunte Stadt – und das sollte man auch im Stadtbild sehen, ist ihre Überzeugung. (tk)

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