Neueröffnung am Wilhelmsplatz

Gasthaus „Zum Stern“ setzt auf Regionales und Traditionelles

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Die Crew des Gasthauses „Zum Stern“ hat sich der Regionalität und der Tradition verschrieben.

Offenbach - Wo am Wilhelmsplatz früher die „Radeberger Stubb“ Bier ausschenkte, serviert jetzt das Gasthaus „Zum Stern“ traditionelle Küche aus der Region. „Beau-d’eau“-Chef Stefan Klemisch will mit seinem neuen Restaurant aber auch ein Stück Offenbacher Geschichte wiederbeleben. Von Stefan Simon 

Schon vor Betreten des Restaurants fallen die auf Tafeln geschriebenen Tagesgerichte auf. Sie sind in altertümlicher Schrift gehalten. „Das ist Absicht“, klärt Restaurantchef Henry Geiß auf. Denn das Konzept im Gasthaus „Zum Stern“ lautet: Regional und traditionell. Angelehnt ist der Name an ein gleichnamiges Lokal, das im 16. Jahrhundert an der Schlossgasse Gäste bewirtete. Auch drinnen versprüht vieles altertümlichen Charme: Kronleuchter, helle Holztische und unterschiedliche Stühle schaffen gemütliches Ambiente. Etwa 30 Personen finden im Gasthaus Platz.

Der aus München stammende Geiß ist gelernter Weinkaufmann und war unter anderem Restaurantleiter bei Eckart Witzigmann. Nun arbeitet er für den Offenbacher Gastronomen Stefan Klemisch, der die benachbarte „Brasserie Beau d’eau“ betreibt. Klemisch hat das Gasthaus „Zum Stern“ eingerichtet, nachdem die „Radeberger Stubb“ dicht machte: Der langjährige Wirt Ahmed Amezzu hat an Ostern aus Altersgründen aufgehört.

Fast alles, was im „Stern“ auf dem Teller landet, stammt aus Offenbach und Umgebung. So kaufen Klemisch und Geiß Salat auf dem Wochenmarkt, Pilze beim Züchter Mathias Kroll an der Bieberer Straße, und das im Odenwald geschossene Wild wird vom Offenbacher Metzgermeister-Duo „Worscht-Designer“ zu Bratwurst, Schinken und Leberkäse verarbeitet. Forellen bestellen die Köche bei Burkard in Seligenstadt, Apfelwein in der Hanauer Kante.

Auf der Speisekarte werden, wie man heute so sagt, „Klassiker neu interpretiert“. Als Vorspeise kann man sich etwa Schneegestöber vom Ziegenkäse schmecken lassen. Hauptspeisen bestehen hauptsächlich aus Wildfleisch: Reh-Medaillons mit Pfefferkruste, Hirschroulade mit Waldpilzfüllung und Wildschweinbraten mit Wacholderrahmsoße sind nur einige Beispiele der „Stern“-Spezialitäten. Mit solchen Gerichten und den von Henry Geiß ausgewählten Weinen spricht der „Stern“ Menschen an, die gehobenere Küche zu schätzen wissen und bereit sind, für ihr Mahl etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Fest der Nationen auf dem Wilhelmsplatz

Um mangelnde Kundschaft macht sich Klemisch keine Sorgen: Seit der Eröffnung im August habe sich das Lokal schon eine kleine Fan-Gemeinde aufbauen können. Die umliegenden Restaurants sehen die Gastronomen Klemisch und Geiß nicht als Konkurrenz. „Wer ein argentinisches Steak essen will, geht zu ,Fleischeslust’. Wer hingegen eine frische Bauerngans möchte, der kommt zu uns“, sagt Klemisch.

Demnächst wird’s auch japanisch in Offenbachs Mitte: Wer auf Sushi steht, findet auch bald am Wilhelmsplatz eine Adresse. Marktgerüchten zufolge wollen die Betreiber des Wasabi-Sushi-Ladens an der Großen Marktstraße in die Räume des ehemaligen Cafés „Stäabche“ einziehen. Sie wollen nicht nur rohe Fischröllchen, sondern auch japanische Ramen-Suppe servieren. Das „Stäabche“ hat vor etwa einem Monat seine Türen geschlossen.

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