Stadt präsentiert Immobilienmarktbericht

Beliebte Lage für ein Eigenheim

Offenbach - 1451 geschlossene Verträge und ein Umsatz von 579,2 Millionen Euro: Der städtische Immobilienmarktbericht für das Jahr 2015 weist neue Rekordzahlen auf, belegt allerdings auch, dass die Preise für das eigene Heim steigen. Von Steffen Müller

Der Trend setzt sich fort: Wie schon 2014 haben auch 2015 in Offenbach viele Wohnungen und Häuser ihre Besitzer gewechselt. 1451 Kaufverträge wurden im Jahr 2015 geschlossen und damit 211 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2014. Mit 73 Prozent wurden am häufigsten Wohnungen oder Teileigentum verkauft. In Zahlen bedeutet das: der Umsatz von 574 Millionen Euro im Jahr 2014 ist um etwas mehr als 5 Millionen Euro auf 579,2 Millionen Euro angewachsen. Und der Immobilienmarktbericht, der gestern im Rathaus vorgestellt wurde, belegt, dass diese Tendenz für das Jahr 2016 anhält. In den ersten sechs Monaten wurden bereits 608 Kaufverträge über einen Gesamtwert von 303,8 Millionen Euro geschlossen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 222,7 Millionen Euro.

„Offenbach befindet sich beim Strukturwandel in einer gigantischen Aufholjagd. Das ist eine wunderbare Entwicklung“, kommentiert Oberbürgermeister Horst Schneider den Bericht, den unabhängige Gutachter erstellt haben. Seit 1991 wird ein Gutachten über den Immobilienmarkt angefertigt und noch nie gab es so viele Käufe von Eigenheimen. Wohnungen werden besonders gerne gekauft, erklärt Cornelia Jockisch. Die Vorsitzende des Untersuchungsausschuss berichtet, dass in der Innenstadt und am Hafen die meisten Verträge am Immobilienmarkt geschlossen werden, gefolgt von den Stadtteilen Bürgel und Rumpenheim.

44 Prozent der neuen Eigenheimbesitzer stammen aus Offenbach, aus welchen Regionen oder Ländern die restlichen 56 Prozent stammen, hat der Immobilienmarktbericht nicht erfasst. Dennoch zeigt dieser Anteil, dass die Lederstadt eine hohen Anziehungskraft für Zuzüglern besitzt. Die neu Hinzugezogenen zieht es besonders in die Innenstadt und an den Hafen. Eingesessene Offenbacher bevorzugen eine eigene Bleibe in Bürgel und Rumpenheim. Während die Neu-Offenbacher vorwiegend Wohnungen kaufen, lassen sich die Umsiedler aus der Stadt lieber in Ein- oder Zweifamilienhäusern nieder.

Die steigende Attraktivität Offenbachs spiegelt sich in den gestiegenen Wohnungspreisen wider. So sind die Preise für unbebaute Grundstücke um rund zehn Prozent gestiegen. Auch Ein- und Zweifamilienhäuser und Doppelhaushälften oder Reihenhäuser sind deutlich teurer geworden. Für ein alleinstehendes Einfamilienhaus Baujahr 1990 betrug der Kaufpreis pro Quadratmeter Wohnfläche 2015 im Durchschnitt 2577 Euro, 2014 waren es noch 2405 Euro.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Auch bei neugebauten Eigentumswohnungen (ETW) ist ein Preisanstieg zu verzeichnen. 3000 Euro pro Quadratmeter muss für eine neue ETW bezahlt werden. Zum Vergleich: 2014 waren es noch 2800 Euro pro Quadratmeter. Die teuersten Wohnungen gibt es im Neubaugebiet am Hafen mit 4100 Euro pro Quadratmeter. Hier sind die Preise im Gegensatz zum Rest der Stadt sogar leicht gesunken (4140 Euro in 2014).

Dass 2015 im Vergleich zu 2014 weniger Wohnfläche verkauft wurde (43,5 ha zu 53,2 ha), obwohl mehr Verkäufe durchgeführt und ein höherer Umsatz erzielt wurde, verdeutlicht die gestiegenen Preise pro Quadratmeter. Und dass weniger unbebaute Grundstücke verkauft wurden (2015: 73, 2014: 109), aber der Umsatz in diesem Segment dennoch um 20 Prozent gestiegen ist, bestätigt diesen Trend ebenfalls. Mit über 400 Euro pro Grundstücksquadratmeter zählt Offenbach zu den teuersten Regionen in ganz Hessen.

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