GBO soll sie bauen und so den Investitionshaushalt entlasten

Steht die Fröbelschule bereits ein Jahr früher?

Offenbach - Es soll schneller gehen. Dazu will der Magistrat ein Konzept für den Neubau der Fröbelschule auf den Weg bringen und das Projekt samt Finanzierung an die Gemeinnützige Baugesellschaft übertragen. Von Martin Kuhn

Eröffnung im Sommer 2021, ein Jahr früher als bislang geplant - beim gleichen Budget in Höhe von 24,5 Millionen Euro. Die neue Koalition lobt sich selbst ob des Tempos. Vor der Sommerpause (7. Juli) hat das Stadtparlament mehrheitlich beschlossen, dass ein Konzept für einen deutlich schnelleren Neubau der Fröbelschule erarbeitet werden soll. Nach gut zwei Monaten liegt es vor. Kern: Die Stadt überträgt das gesamte Projekt an die Gemeinnützige Baugesellschaft (GBO). Geschickt ist die Einbeziehung des SPD-Oberbürgermeisters, der bekanntlich vehement einen Architektenwettbewerb für den Neubau an der Mühlheimer Straße - und somit einem exponierten Standort - gefordert hat. „Zur Findung einer konzeptionellen Lösung“ ist Horst Schneider nun mit vorgesehen.

Ansonsten finden alle Beteiligten nur Gutes an dem Ansinnen, dem die Stadtverordneten vermutlich bereits am 29. September zustimmen. „Als machbar, ordentlich und verlässlich“, bewertet Stadtkämmerer Peter Freier (CDU) die Konzeption. Aber warum geht’s dann erheblich schneller? Das ergebe sich unter anderem aus der Tatsache, „dass nur ein Beschluss von Magistrat und Parlament erforderlich ist“.

An Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß ist es, daran zu erinnern, „dass wir nichts geschenkt bekommen; aber wir können es machen.“ Der Liberale spielt auf die Auflagen des Schutzschirmvertrags an. Der Dreh: Die GBO erhält das Grundstück als Einlage, finanziert das Bauprojekt über Kredite, die Stadt mietet das Gebäude auf 30 Jahre an. Damit fallen die 24,5 Millionen Euro aus dem Investitionshaushalt. Geld, das nun in andere dringende Projekte fließen kann. Zumindest bei der mündlichen Präsentation des Projekt habe die Kommunalaufsicht „bislang keine Einwände gehabt“, betont Peter Freier.

Jazzmatinee der Leibniz- und Fröbelschule

Neu ist das alles nicht. In einem ähnlichen Modell hat die GBO bereits die Kita 17 gebaut und an die Stadt vermietet – allerdings mit einem erheblich kleineren Budget: 1,5 Millionen Euro. „Die Abtretung der Miete dient für die Bank als Sicherheit“, erläutert der GBO-Geschäftsführer, wobei ein Schulneubau selbst für die Gesellschaft Neuland bedeutet. „Vielleicht dient es ja als Basis für neue Projekte“, blickt Winfried Männche in die Zukunft.

In diesem Fall sei es dringend nötig gewesen, betonen die Koalitionspartner, „rasch und unbürokratisch zu handeln“. Denn die mehr als unzumutbaren Verhältnisse an einer Förderschule, auf die zudem wachsende Schülerzahlen zukommen, dürfen den Schülern nicht länger zu ihrem Nachteil geraten. Derzeit gehen 116 Kinder und Jugendliche auf die Fröbelschule. 2021 werden’s nach der Prognose 135 sein, vier Jahre später bereits 148 – „auch wenn man die Inklusion berücksichtigt“, sagt Paul-Gerhard Weiß. Und mit solchen Prognosen liege das Stadtschulamt „meist recht gut“.

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