Prozess vorm Darmstädter Landgericht

Kindesmissbrauch: Stiefvater zu sieben Jahren Haft verurteilt 

Offenbach - In dem Prozess um schweren sexuellen Missbrauch ist überraschend noch am ersten Verhandlungstag das Urteil ergangen. Der bislang unbescholtene Offenbacher G. wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. Von Silke Gelhausen-Schüßler 

Trotz seines umfangreichen Geständnisses wurde auch die Geschädigte - seine inzwischen 23-jährige Stieftochter - vernommen. Weiteren Zeugen wurde die Aussage erspart. Ungewöhnlich: Bei beiden Aussagen und den Plädoyers wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Diese Möglichkeit wird bei Verhandlungen gegen erwachsene Straftäter selten ausgeschöpft. Nach Paragraf 171b des Gerichtsverfassungsgesetz ist dies zulässig. Darin heißt es: „Die Öffentlichkeit kann ausgeschlossen werden, soweit Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich eines Prozessbeteiligten, eines Zeugen oder eines durch eine rechtswidrige Tat ... Verletzten zur Sprache kommen, deren öffentliche Erörterung schutzwürdige Interessen verletzen würde. Das gilt nicht, soweit das Interesse an der öffentlichen Erörterung dieser Umstände überwiegt.“

Für den jeweiligen Mandanten ist dies oft Voraussetzung für ein Geständnis, da er fürchtet, dies sonst unter den Augen der Öffentlichkeit ablegen zu müssen und Details seines Privatlebens, gerade aus dem Sexualleben, vor Journalisten, Familienangehörigen oder Kollegen darzulegen. Auch Verteidiger Michael Radeck machte von diesem Paragraf direkt zu Beginn der Verhandlung gegen den 55-Jährigen Gebrauch.

Mit diesen Bildern sucht das BKA den Babyschänder

Rubriklistenbild: © dpa

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