Baugebiete festgelegt

Streit um Vorgaben des Masterplans

Offenbach - Knapp acht Monate nachdem der Masterplan mit breiter Mehrheit im Stadtparlament verabschiedet wurde, hat das grundlegende Werk zur Stadtentwicklung offenbar an Strahlkraft eingebüßt.

So hat die Tansania-Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern in Abkehr von der Masterplan-Zielsetzung, Wohnbaupotenziale zu nutzen, in der jüngsten Parlamentssitzung einen differenzierten Beschluss gefasst: Danach sollen die Gebiete Bürgel Nord-West, Bürgel-Süd (am Alessa-Gelände) und Waldhof II als Baugebiete ausgewiesen werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, die potenziellen Baugebiete Rumpenheim Nord-West und Bürgel-Südost in Ausgleichsflächen umzuwidmen. Zudem soll die sogenannte Waldkulisse entlang der S-Bahn-Linie in Bieber Waldhof unbebaut bleiben.

„Wir beschleunigen damit das, was im Masterplan vorgesehen war“, warb FDP-Fraktionschef Oliver Stirböck um Zustimmung bei der Opposition. Durch die Umwidmung, so die Koalition weiter, könne man Flächen für notwendig werdende Ausgleichsmaßnahmen vorhalten, was letztlich den städtischen Haushalt entlaste.

Alles zur Kommunalpolitik in Offenbach

SPD und Linke bezeichneten das Vorhaben mit Blick auf den Masterplan als „Rosinenpickerei“. Die geplante Umwidmung sei ein Schritt in die völlig falsche Richtung und diene nur „Einzelinteressen der Grünen“, schimpfte SPD-Stadtverordneter Martin Wilhelm. FW-Fraktionsvorsitzende Annette Schroeder-Rupp merkte an, im Masterplan gebe es zu bestimmten Gebieten mehrere Varianten, Edmund Flößer-Zilz (Grüne) sagte, der Masterplan sei eine Leitlinie und kein geschriebenes Gesetz.

Oberbürgermeister Horst Schneider bezeichnete es als Fortschritt, dass drei Baugebiete ausgewiesen werden. Die Herausnahme der beiden anderen wertete er als „eklatante Veränderung“ zum Masterplan. Ihre Umwidmung erfolge vor der Zeit und sei unverantwortlich. „Das war wohl für die politisch Hygiene der neuen Koalition notwendig“, stichelte Schneider. (mad)

Masterplan: Zehn Maßnahmenpakete

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare