Neuartiger Polizeihelfer an der A3-Baustelle im Einsatz

Super-Blitzer durch schusssichere Metallhaube geschützt

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Der Super-Blitzer kann (fast) alles.

Offenbach - Die Jagd auf Raser in der A3-Baustelle hat längst neue Dimensionen angenommen. Dort ist ein Super-Blitzer vom Wiesbadener Spezial-Hersteller Vitronic im Einsatz, den schon tausende Autofahrer „kennengelernt“ haben. Wir haben bei Patrick Schulze, Experte bei der Firma Vitronic, nachgefragt: Von Peter Schulte-Holtey 

 

Was ist das Besondere an dem Blitzer, Sie nennen ihn ja Enforcement Trailer?

Zusammengefasst: Er blitzt über alle Spuren hinweg, kann auf wechselnde Höchstgeschwindigkeiten eingestellt werden – und das alles dank Hochleistungs-Akku tagelang ohne Personal, was gerade in gefährlichen Baustellen hilfreich ist. Trotzdem ist der mit einer Metallhaube geschützte Blitzer mobil und wird wie ein Autoanhänger zum Einsatzort gefahren. Er hat auch ein GPS-Modul.

Und was ist das wirklich Neue an der Technik?

Es ist nicht die Messtechnik, die alle Fahrzeuge über mehrere Spuren hinweg präzise messen kann, sondern die Verbindung der Vorteile, die stationäre und mobile Anlagen bieten. Nicht alle Unfallschwerpunkte verfügen über eine Strom- und Datenanbindung. Ein weiteres Problem: Mobile Messsysteme haben nicht die nötige Laufzeit und können nicht ungeschützt über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden. Mit dem Enforcement Trailer bieten wir eine Lösung, die keine Anforderungen an die lokale Infrastruktur stellt.

Der Anhänger ist mit einer unabhängigen Stromversorgung auf Basis von Hochleistungsbatterien ausgestattet, die einen ununterbrochenen Messbetrieb über mindestens fünf Tage ermöglicht. Zum Rangieren im Nahbereich verfügt er zusätzlich über einen ferngesteuerten Antrieb. Während des Messbetriebs lässt sich der Anhänger vollständig absenken und so gegen unbefugten Abtransport sichern. Zudem schützen unter anderem eine schusssichere Hülle sowie ein Alarmsystem vor Sachbeschädigung.

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Wie könnte die nächste Generation von Blitzern aussehen?

Die nächste Generation von Messsystemen wird kleiner und multifunktional. Neben der parallelen Rotlicht- und Geschwindigkeitsüberwachung werden die Systeme vernetzt werden können, um damit etwa Fahrzeuge zu zählen und dann den Verkehrsfluss optimal zu steuern. Auch die Überwachung von Abstandsvergehen wird kommen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten werden unsere Messsysteme schon heute auch gegen Drängler eingesetzt. Neben der Verkehrssicherheit werden auch die Belange des Lärm- und Umweltschutzes immer stärker ins Gewicht fallen.

Die Messung der Durchschnittsgeschwindigkeit, die sogenannte Section Control, wird, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland geschaffen sind, kommen. Im Ausland hat Section Control ganz enorm zur Senkung von Geschwindigkeitsverstößen und zu weniger Unfällen geführt.

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