Industrie im Rhein-Main-Gebiet

„Tage der Industriekultur“: Kultur auf die wilde Art

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Mit dem Rad, der Barkasse oder zu Fuß: Bei der „Route der Industriekultur“ kann man auf verschiedene Weisen den Hafen Offenbach entdecken.

Offenbach - Fabriken, Kultur und Kunst – an den „Tagen der Industriekultur“ gibt es eine bunte Mischung davon. 1000 Orte im Rhein-Main-Gebiet machen dieses Jahr mit, rund 400 Veranstaltungen stehen im Programmheft. Da fällt die Entscheidung schwer: Auf welche Art – zu Fuß, auf dem Rad, im Boot – geht man auf Entdeckungstour? Von Lisa Berins 

Es ist die Qual der Wahl: An neun Tagen können Industrie-Kultur-Interessierte an Führungen durch Unternehmen oder Depots teilnehmen, Rundfahrten durch Industrieparks oder Hafengebiete machen, sich Kunst und Kultur anschauen. Die 14. Ausgabe der „Tage der Industriekultur“ steht unter dem Motto „Kleine Dinge – Große Wirkung“. Man konzentriere sich zum Beispiel auf Zahnräder, Nieten, Schrauben, Nanobeschichtungen und digitale Komponenten, erklärt Sabine von Bebenburg, Geschäftsführerein der KulturRegion. Zum Thema passend: der Industriepark Wolfgang in Hanau. Er ist zum ersten Mal dabei. Führungen (13. August) geben Einblicke in Produktion und Forschung; es geht um die Herstellung von Pharma-Wirkstoffen und kleinsten, chemischen Teilchen. Auch das Pharma-Unternehmen Boehringer in Ingelheim öffnet erstmals die Pforten für Besucher der Industriekultur-Route (15. und 18. August).

Auch dabei: Industriepark Wolfgang in Hanau 

Neu dabei ist ebenfalls die Rüdesheimer „Asbach-Gasse“. Am 20. August führt dort Eigentümer Jens Wendel durch die ehemalige Produktionsanlagen und Lagerräume. Danach geht’s zur aktuellen Produktionsstätte – Verkostung inbegriffen. Die Führungen seien begehrt, und es sei ratsam, sich frühzeitig anzumelden, sagt von Bebenburg. Und Thomas Will, Aufsichtstratsvorsitzender der KulturRegion, kann das mit einer Zahl untermauern: Im vergangenen Jahr seien insgesamt 22.000 Besucher unterwegs gewesen – die Tage der Industriekultur seien eine echte „Erfolgsgeschichte“. Mittlerweile nehmen 36 Städte, von Bingen am Rhein bis Leidersbach am Bayerischen Untermain, von Darmstadt bis Bad Nauheim, an dem Event teil.

Neben klassischen Fabrikführungen stehen auch sportlichere Aktivitäten im Programm: Es werden Radtouren angeboten, zum Beispiel unter dem Titel „Frankfurt – Der wilde Osten“. Architekt DW Dreysse wird voran radeln und bis nach Fenchenheim führen (20. August). Durch die Hanauer Industrielandschaft führt, ebenfalls radelnd, Wolfgang Hasenpusch, Professor für anorganische Chemie (21. August).

Im Offenbacher Hafen, wo Industrie, Wohnen und Kultur aufeinandertreffen, können Neugierige zwischen Rundgang (20. August), Radtour (13. August) und einer Barkassenfahrt (13./14. August) wählen. Man kann sich aber auch auf die Suche nach Kunstwerken machen: Elf internationale Künstler werden im öffentlichen Raum unter dem Motto „Hidden View“ den Wandel der Stadt Offenbach mit ortsspezifischen Interventionen kommentieren (ab 19. August).

Die Köpfe der Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach

Kunst-Interessierte wird es sicher auch in das ehemalige Pförtnerhäuschen des Atelierfrankfurt im Osthafen führen, wo die Videogalerie conSpace unter dem Titel „Passagen“ eine neue Ausstellung präsentiert. Nebenher werde es jede Menge Veranstaltungen geben, wie etwa eine DJ-Reihe am Offenbacher Waggon am Kulturgleis (ab 15. August) oder Open-Air-Kino im Hafen 2 (19. August). Neu sei in diesem Jahr auch ein Kinder-Programm für 10- bis 16-Jährige.

„Tage der Industriekultur“ vom 13. bis 21. August. Das Programmheft gibt kostenfrei in Rathäusern, Bürgerbüros und Tourist-Informationen oder online unter www.krfrm.de.

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