Tansania-Koalition setzt personelle Verabredungen um

FW-Chefin soll an die GBO-Spitze

Offenbach - Die Tansania-Koalition setzt die Inhalte ihrer Vereinbarungen Stück für Stück um. Auch personelle Verabredungen, die keinen Eingang ins offizielle Pakt-Papier gefunden haben. Von Thomas Kirstein

So haben CDU, Grüne, FDP und Freie Wähler am Dienstagabend ein Vorhaben in die Wege geleitet, das teils für Unverständnis gesorgt hatte, als unsere Zeitung es im Mai öffentlich gemacht hatte: Die derzeitige Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler soll einen gut dotierten Chefposten im Stadtkonzern erhalten – einen, der eigentlich wegfallen sollte. Der Aufsichtsrat der Stadt-Tochter GBM beschloss, dem – von Tansania dominierten – Magistrat zu empfehlen, er möge die Architektin Annette Schroeder-Rupp bereits zum 1. Oktober in die Geschäftsleitung von GBM (Gebäudemanagement) und GBO (Baugesellschaft) berufen. Am 1. Januar träte die FW-Kommunalpolitikerin die Nachfolge des in den Ruhestand gewechselten GBO-Bosses Winfried Männche an.

Bislang war – als Ergebnis eines extern begleiteten Projekts zur Strukturverbesserung der Stadtwerke namens „Convenio“ – vorgesehen, die städtischen Immobilien-Unternehmen unter einer Leitungsperson zu vereinen. Das wäre Daniel Matha gewesen, die Chefin der OPG (Projektentwicklung), die bereits auch an der Seite von Männche wirkt. Davon versprachen sich die Stadtwerke-Spitze um Peter Walter und der Aufsichtsrat zum einen eine Bündelung von Kompetenzen; bislang, so heißt es, kommt es bisweilen zu Reibungen, weil sich Bau, Sanierung, Unterhaltung und Betrieb nicht in einer Hand befänden. Zum anderen versprach man sich finanzielle Effekte, Synergien sollten sich im Jahr auf eine Million summieren, einzusparen wäre ein Chef-Salär von etwa 150.000 Euro jährlich.

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Setzt sich Tansania durch, wäre das erst einmal hinfällig. Die Koalition ist der Meinung, das Leiten von vier Firmen sei von einer Person nicht leistbar, eine städtische Wohnungsbaugesellschaft brauche eine eigene Geschäftsleitung.

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