Sechster Verhandlungstag

Telefonate im Herbert-Prozess offenbaren aggressives Wesen

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Symbolbild

Offenbach - Das Bild eines liebevollen Verlobten, das der Angeklagte Sven R. gezeichnet hatte, bröckelt immer mehr. Der mutmaßliche Schläger von Mark Herbert beteuert seit Beginn des Prozesses am Darmstädter Landgericht nicht nur seine Unschuld, sondern auch die Liebe zu seiner Familie.

Am sechsten Verhandlungstag haben nun Telefonatausschnitte eine andere Seite von Sven R. offenbart, die auch Zeugen schon beschrieben haben: eine aggressive und gewaltbereite. Die minutenlangen Schnipsel von Gesprächen, die die Polizei im August 2015 abgehört hatte, zeigen vor allem, wie schnell der Angeklagte austickt. Ein Beispiel: Auf dem Sitz des Familienwagens findet Sven R. wohl Kekskrümel. Daraufhin ruft er seine Verlobte C. an. Angespannt, aber ruhig fragt er zunächst: „Bin ich ein Bastard?“ Sie verneint. R. dreht durch: „Warum lässt du die Kinder dann im Auto fressen?“ Dann überschlägt sich seine Stimme, es fällt schwer, zu verstehen, was er in den Hörer brüllt. Am Ende fragt er noch: „Bist du behindert?“ R.s Verteidiger, Armin Golzem, führt dieses Verhalten auf eine Ehekrise zurück.

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Die meisten Gespräche zwischen R. und seiner Verlobten, die das Gericht abspielt, sind ähnlich aggressiv. Er beschimpft sie unter anderem als „dreckige Nutte“. In einem Telefonat mit einem Kumpel, prahlt Sven R., außerem, dass er eine 20-Jährige „kaputt gehauen“ habe. Einem anderen Bekannten droht der Offenbacher am Hörer: „Ich schlag dir den Schädel ein.“ Beim nächsten Verhandlungstermin am Mittwoch, 20. Juli, soll dann ein psychologisches Gutachten über den Angeklagten präsentiert werden.

Bilder: Prozess gegen Schläger von Mark Herbert 

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