Trotz Verbots: Viele Kunden bringen Hund mit

Wochenmarkt: Nur tote Tiere erlaubt

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Marktbeschickerin Petra Heckelmann erinnert noch einmal nachdrücklich an die Marktordnung: Hunde und Radler verboten.

Offenbach - Seit 1971 verbietet die Marktordnung, Tiere und Fahrräder zum Bummel über den Wilhelmsplatz mitzunehmen. Doch viele Besucher halten sich nicht daran. Das nervt die Beschicker, aber auch andere Kunden. Deshalb will das Ordnungsamt in Zukunft härter durchgreifen. Von Sarah Neder 

Petra Heckelmann nimmt gleich vorweg: „Ich bin kein Hundehasser, ich hab’ ja selbst einen!“ Die Vorsitzende des Marktbeschickervereins regt sich dennoch über Leute auf, die samt Wauwau auf dem Wilhelmsplatz bummeln gehen. Denn sie meint: „Das ist einfach eine Frage der Hygiene.“ Wenn Tiere etwas auf dem Markt verloren haben, dann tote...

Nicht umsonst schreibe die Marktverordnung vor, dass das Mitbringen von Tieren verboten sei. Hunde schüttelten sich oder schnüffelten an den offenen Lebensmitteln. Im schlimmsten Fall erleichterten sie sich zwischen Obst- und Wurstständen. Sowas hat Heckelmann im vergangenen November selbst erfahren: „Ich hatte Trauergestecke in der Auslage, da hat ein Hund das Bein gehoben...“ Nun ist Heckelmann nicht gerade als kleinlaut zu beschreiben. Ganz nach ihrer Art knöpft sie sich die Besitzerin vor, die bezahlt den Kranz reuig.

Weniger einsichtig ist allerdings so mancher Radler. Laut Marktordnung ist nämlich auch das Mitbringen von Drahteseln an Markttagen verboten. Trotz etlicher Ständer rund um den Wilhelmsplatz halten sich viele nicht an die Regel. Ein schwerwiegendes Problem, findet Heckelmann. Besonders an Frei- und Samstagen sei es einfach zu eng, um sein Rad durch die Gänge zu schieben.

Es geht aber noch rücksichtsloser: „Manche wetzen regelrecht an den Ständen vorbei“, berichtet die Verkäuferin empört. Sie befürchtet, dass sich das wegen der Öffnung der Fußgängerzone, bald noch mehr Radler rausnehmen. „Das bestätigt ihnen doch das Gefühl, dass man sich als Radler an keine Regeln halten muss!“ Heckelmann schildert, dass die Beschicker sich nun schon häufig Beleidigungen anhören mussten, wenn sie die Rowdy-Radler auf ihr Fehlverhalten angesprochen haben. Dass es so nicht weitergehen könne, sagt Heckelmann nicht nur gegenüber der Zeitung. Auch beim Ordnungsamt hat sich die Gärtnerin beschwert. Und Gehör gefunden.

Foodtrucks - Deluxe-Straßenimbiss auf Rädern

Ordnungsamtschef Peter Weigand berichtet: „Wir sind gerade dabei, neue Verbotsschilder für den Wochenmarkt zu entwickeln.“ Die neuen Zeichen sollen tiefer und somit besser sichtbar hängen. Außerdem soll die Idee eines Bürgers, Piktogramme plus die jeweiligen Geldstrafen zu zeigen, umgesetzt werden. „Ähnliche Schilder gibt es bereits in den Steinbrüchen in Dietesheim“, erzählt Weigand.

Dort funktioniere die Kombination gut. Etwa in vier Wochen sollen die neuen Schilder Besucher mahnen, Hund und Rad nicht auf den Markt zu bringen. Außerdem sollen verstärkte Kontrollen die Bürger belehren. „Im Moment haben wir noch nicht das Personal dafür“, gesteht Weigand und ergänzt: „Im Juni bekommen wir aber Verstärkung, bis Oktober ist das Personal ausgebildet.“ Im Herbst soll dann eine Streife speziell auf dem Wilhelmsplatz nach dem Rechten sehen.

Die Stadtpolizei hat, was die Geldstrafen betrifft, übrigens einen großen Spielraum. Das Verwarngeld, was einsichtige „Regelverstoßer“ zahlen müssen, rangiert zwischen 10 und 55 Euro. Das gilt für beide Vergehen. Zeigt sich der betroffene Radfahrer oder Hundehalter uneinsichtig, muss er mit einem Bußgeldverfahren und zusätzlich anfallenden 29 Euro rechnen, macht Weigand deutlich. Für manchen ist es jedoch Strafe genug, es sich mit den Beschickern verscherzt zu haben.

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