Schnaps als Wermutstropfen

Ungebetene Gäste trüben positive Bierfest-Bilanz

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Hans Peter Kampfmann (Mitte, hier mit Karoline und Mike vom Stadt der Rosenheimer Brauerei Flötzinger) ist mit seinem 30. Bierfest zufrieden. Rund 8000 Besucher genossen das Angebot nicht alltäglicher Biere auf Stadthof und Aliceplatz.

Offenbach - Rund 8000 zufriedene Besucher haben sich den Gerstensaft auf dem 30. Offenbacher Bierfest schmecken lassen.

Das schätzt Veranstalter Hans Peter Kampfmann, der die Traditionsveranstaltung 1986 ins Leben gerufen hat, als es darum ging „Leben in die Innenstadt zu bringen“. Wie viel Bier aus den Hähnen in die Gläser floss, will und kann er nicht über den Daumen peilen: Die Brauereien, die dabei sind, beliefern ihre Wagen heute meist direkt und geben keine Rechenschaft über den Umsatz ab. Mit dem Verlauf der vier Tage ist der 68-jährige Getränkegroßhändler dem wechselhaften Wetter entsprechend zufrieden. Mit der Stimmung zwischen Rathaus und Einkaufszentrum KOMM ebenfalls. „Bei den Schlager-Giganten ging’s ab, da standen die Mädels auf der Bühne, der Tom Jet wusst’ gar nicht, was ihm passiert“, freut er sich etwa über den Samstagabend.

Friedlich ging es weitgehend zu, was bei einem eher mittelalterlichen, am Genuss nicht alltäglicher Biere interessierten Publikum aus der Region allerdings wenig verwundern muss. Kampfmann ist sich auch sicher, mit dem Rahmenprogramm genau den musikalischen Nerv des zu erwartenden Publikums getroffen zu haben. Der Bürgeler muss dennoch einen Wermutstropfen in den Bierkrug schütten: Es habe Nutzer – Gäste will er sie nicht nennen – seiner Tische und Bänke gegeben, auf die er lieber verzichtet hätte. „Wir haben nachher an die 30 Schnapsflaschen wegräumen müssen, die mitgebracht und geleert wurden“, beklagt er sich.

Neue Bilder des Bierfests 2016 auf dem Aliceplatz

Die Freunde des Hochprozentigen waren nach seiner Beobachtung Männer aus Südosteuropa, die sich normalerweise in Gruppen an der Stadtkirche oder in der Geleitsstraße aufhalten. Und Probleme mit diesen Leuten trübten dann doch ein wenig den positiven Gesamteindruck. Hans Peter Kampfmann schildert es so: Als zu späterer Stunde der Billigfusel alle gewesen sei, hätten die Schnapstrinker Bier hinterher kippen wollen, aber vernünftigerweise nichts ausgeschenkt bekommen, weil sie augenscheinlich schon viel zu viel intus hatten. Es gab jedenfalls lautstarken Protest, die Polizei musste für Ruhe sorgen. tk

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