Straßen und Keller wieder unter Wasser

Unwetter mit 39 Liter pro Quadratmeter

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Am Ostbahnhof hat sich weit mehr als eine Pfütze gebildet. Das hindert einige nicht daran, durch die Unterführung zu brettern.

Offenbach - Wieder Starkregen, wieder rückt die Feuerwehr aus, wieder werden Straßen überschwemmt. Stets an den gleichen Stellen: Mainstraße am Isenburger Schloss, Kettelerstraße am Kreisel Mainzer Ring, Untere Grenzstraße am Ostbahnhof, Kaiserlei.

„Was tut die Stadt“, fragen die ersten Leser. Die Bilder ähneln sich in fataler Weise – nur einmal ist’s wesentlich schlimmer. Am Freitag- und Samstagabend öffnet sich jeweils gegen 20 Uhr der Himmel über Offenbach. Während die Leitstelle für den ersten Abend „mehrere Paralleleinsätze“ auflistet, wird’s am Samstag heftig: „Über 90 vollgelaufene Keller und überflutete Straßen“, meldet die Feuerwehr.

Am Samstag zieht eine sogenannte Starkregenzelle eine Stunde langs übers Stadtgebiet. Der Wetterdienst misst in dieser zeit etwa 39 Liter Regen je Quadratmeter. Zum Glück wird niemand verletzt, aber 90 Feuerwehrfrauen und -männer der Feuerwehr Offenbach, der Berufsfeuerwehr Frankfurt sowie der Freiwilligen Feuerwehren aus Neu-Isenburg, Heusenstamm und Mühlheim sowie Helfer des Technischen Hilfswerkes müssen bis spät in die Nacht Keller auspumpen und zwei Fahrzeuge aus den Fluten bergen – einmal an der Mainstraße, einmal an der Kettelerstraße.

An der Mainstraße bleibt ein Auto in Höhe des Schlosses liegen, muss später von der Feuerwehr geborgen werden.

Zumindest im ersten Fall ist es ein Spektakel, das einige per Smartphone dokumentieren. Was eine Passantin irritiert: Während die Mainstraße relativ zügig gesperrt wird, „vernachlässigen“ die Helfer den Mainradweg, auf den sich Wasser „mit starker Strömung“ ergießt. Wie auch immer: Die Einsatzkräfte sind bis in die Nacht mit der Schadensbewältigung beschäftigt und setzen ihre Arbeit am Sonntag fort.

Unwetter: Bilder aus der Region

Am Freitag sorgt hingegen das Gewitter für zusätzliche Alarme: Der Löschzug der Berufsfeuerwehr rückt in den Lautzenhardtweg aus. Dort trifft vermutlich ein Blitz den Dachgiebel eines Hauses, der entstandene Rauch löst einen Warnmelder im Gebäude aus. Ein aufmerksamer Nachbar wählt den Notruf 112. Nach kurzer Zeit geben die Wehrleute Entwarnung: Kein Feuer.

Zeitlich parallel bleibt in der Christian-Pleß-Straße ein Aufzug stecken, „die Ursache könnte hier ebenfalls der elektrische Einfluss eines Blitzes gewesen sein“, mutmaßen die Experten. Eine Person im Lift meldet über Handy Unwohlsein. Der Beamte vom Einsatzleitdienst rückt aus, die Feuerwehr Frankfurt unterstütze ihn. Innerhalb kurzer Zeit kann die Frau wohlbehalten aus der Aufzugskabine befreit werden. Weiterhin stürzt im August-Bebel-Ring ein Baum um. Zudem muss ein Grundstück am Bischofsheimer Weg kontrolliert werden, da hier ebenfalls ein Baum seine Standsicherheit einbüßt. Und in der Kaiserstraße wackelt ein Reklame so sehr, dass es noch in der Nacht zu sichern ist.

Auch in anderen Teiles des Kreises Offenbach sorgt das Gewitter für Chaos und Einsätze der Feuerwehr: In Dreieich laufen zahlreiche Keller voll Wasser und auf dem Weinfest in Nieder-Roden schlägt der Blitz ein. (mk)

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