Präzedenzfall um Mietwucher am Darmstädter Landgericht

Unwissenheit von bulgarischen Einwanderern ausgenutzt?

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Weil sie oft zu mehreren in einer Wohnung hausen müssen, verbringen bulgarische Zuwanderer die Tage (und Nächte) draußen. So wie hier an der Bieberer Straße stört das aber die Anwohner.

Offenbach - Überfüllte Wohnungen. Marode Bausubstanz. Und das zu einem Vielfachen der normalen Miete. Wie Mainarbeit-Chef Matthias Schulze-Böing bestätigen kann, gibt es Menschen, die sich an der Unwissenheit bulgarischer Einwanderer bereichern.

Auch Ordnungsamtsleiter Peter Weigand weiß von vielen solcher Fälle in Offenbach: „Meistens handelt es sich um heruntergekommene Häuser.“ Die Eigentümer wollten kein Geld für Sanierung in die Hand nehmen, setzten sich stattdessen vermeintlich anspruchslose osteuropäische Gastarbeiter in die Schrottimmobilie. Viele auf einmal. Sie verlangten dennoch hohe Mieten. Weigand sagt: „Es ist allerdings sehr schwer, das dem Vermieter nachzuweisen.“

Ein Fall aus Offenbach hat es jedoch vors Landgericht Darmstadt geschafft. Am Donnerstag, 1. September, beginnt der Prozess gegen zwei Personen, 57 und 41 Jahre alt, aus Frankfurt und Offenbach. Sie sollen in elf Fällen die Unerfahrenheit bulgarischer Zuwanderer ausgenutzt und Zimmer bis zum Vierfachen der marktüblichen Summe vermietet haben. Die Anklage: Wucher. Dass Wucherer vor Gericht landen, ist in Offenbach offenbar ein Präzedenzfall. Peter Weigand sind keine andren Fälle bekannt. (san)

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