Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Mainuferfest: Vereine zeigen Verständnis für Absage

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Symbolbild

Offenbach - Die Absage des Mainuferfests können viele der teilnehmenden Offenbacher Vereinen nachvollziehen. Von Steffen Müller 

„Wir haben alle informiert und sind auf großes Verständnis gestoßen, einige Vereine haben jetzt aber auch Probleme, weil sie schon Lebensmittel gekauft hatten“, sagt Michèle Latzke vom städtischen Presseamt, der die Aufgabe zuteil kam, alle Teilnehmer über die Absage in Kenntnis zu setzen. Besonders hohe Ausgaben hatte bereits der Förderverein des Technischen Hilfswerk. „Wir haben schon rund 2000 Würstchen, Steaks und Brot gekauft“, spricht der THW-Helfervereinvorsitzende Heino Geers von einem „großen Vermögensschaden“. Dazu kommen Mietkosten für Getränkewagen und Bestuhlungen. Dennoch steht Geers hinter der Entscheidung, das Fest abzusagen. „Die Sicherheit geht vor.“ Was der Verein jetzt mit den Lebensmitteln macht, ist unklar. Bis zum wahrscheinlichen Nachholtermin am 3. und 4. September lassen sie sich nicht einfrieren. Mit etwa 60 Vereinsmitgliedern „können wir aber auch nicht alles alleine essen“, so Geers, der hofft, einen Teil des verlorenen Geldes bei der Neuansetzung des Festes auffangen zu können.

Mehr Glück hatten die Verantwortlichen vom portugiesischen Kulturverein Centro Operatio Portugues. „Wir konnten all unsere Aufträge kostenfrei stornieren“, sagt Manuel Reguengo, der einen Lieferwagen gemietet und Essen vorbestellt hatte. „Es ist zwar ärgerlich, wenn man mitten in den Vorbereitungen steckt, aber die Entscheidung war richtig“, kann auch Reguengo die Absage nachvollziehen.

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Sehr begrüßt haben die Vereine, dass die Stadt mit der Absage gleichzeitig einen möglichen Alternativtermin vorgeschlagen hat und das Mainuferfest in diesem Jahr nicht ausfällt, sondern nur verlegt wird. „Wir freuen uns schon auf die Verschiebung. Das Fest ist immer eine tolle Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen“, sagt Josef Krzyzanek vom Creativ-Haus. Das findet auch Simon Isser von der Kinder- und Jugendfarm. „Uns ist es lieber, dass das Fest unter diesen Bedingungen nicht stattfindet.“ Etwas ärgerlich ist allerdings, dass für die Umwelteinrichtung nun die Möglichkeit wegfällt, am Wochenende auf ihre Angebote in den Sommerferien hinzuweisen. „Die Flyer liegen jetzt im Regal, da müssen wir uns jetzt halt andere Wege suchen“, hegt Isser aber keinen Groll.

Bilder: Mainuferfest in Offenbach

Dagegen kommt der Ahmadiyaa-Gemeinde die Verlegung nicht ganz ungelegen. „Wir hätten gerne gefeiert, aber der neue Termin liegt außerhalb des Ramadan“, sagt der Vorsitzende Abdul Latif. Im September könne man sich dann in Gänze von der kulinarischen Vielfalt des Festes überzeugen.

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