Künstlermarkt auf dem Wilhelmsplatz

Vielfältig inspirierte Objekte

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Eine beeindruckende Vielfalt bot der Künstlermarkt auf dem Wilhelmsplatz. Die Besucher wussten das zu schätzen.

Offenbach - Hier Ausgefallenes und gleichsam Praktisches zum Aufbewahren, dort Genähtes, und Geschenkartikel. Dazwischen alte Kleidungsstücke in neuer Verwendung, Floristik für den Herbst, Skulpturen, und stilvoll Geformtes aus Glas. Von Harald H. Richter

Vielfältig inspirierte Objekte aus unterschiedlichen Materialien verdienen bei der 13. Auflage des Künstlermarkts genaue Betrachtung. Kein Wunder also, dass auf dem Wilhelmsplatz, nachdem sonntagfrüh anfängliche Regenwolken sich verzogen haben, ein interessiertes Publikum gern länger bei den 75 Ständen verweilt, um das Angebot zu bewundern. „Neben langjährig vertretenen Künstlern zeigen auch einige neue Marktbeschicker ihre Arbeiten“, freut sich City-Managerin Birgitt Möbus von der Wirtschaftsförderung, bei der alle organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Einhundert Teilnehmer sind es insgesamt, und selbst nach einer kurzfristigen Absage muss nun nicht etwa eine Standlücke kaschiert werden. Vielmehr hat Möbus eine Nachrückerin gefunden.

Kunstschaffende und andere Kreative aus Stadt und Kreis sowie aus dem erweiterten Umland sind nach Offenbach gekommen, um ihre Arbeiten zu präsentieren und zu verkaufen. Christiane Weber aus Aschaffenburg etwa, die sich einen Stand mit Freundin Margarete Zenker teilt. Die Frauen haben eine Auswahl Skulpturen mitgebracht. Webers ganzer Stolz sind die Koketten: Frauenfiguren für drinnen und draußen. „Ich male, ich modelliere und dies bereichert mein Leben auf wunderbare Weise“, fasst sie ihre Motivation in Worte.

Wenige Meter weiter präsentiert Birgit Palt Handarbeit aus dem Brennofen. Die Keramikgestalterin aus Rumpenheim nennt ihre gepunktete Porzellangeschirrserie „Dotty“ und setzt auf eine untereinander kombinierbare Farbvielfalt. Espressotassen und Becher, aber auch Müslischalen, Butterdosen, Schüsseln, Eierbecher und Speiseteller gehören dazu. Der Mix an Formen und Formaten verwandelt jeden Frühstückstisch in eine munter machende Gute-Laune-Tafel. „Porzellan ist meine Leidenschaft“, bekennt Palt, die auch Leuchten und Lampenschirme aus diesem Material herstellt.

Ursula Dequis ist seit dem ersten Künstlermarkt 2003 dabei. Die inzwischen 80-jährige begeistert sich nach wie vor für das plastische Material Ton. Ihre Ideen stammen meist aus der Natur, die sie manchmal floral oder grafisch schlicht umsetzt. Und seit fast 40 Jahren gibt sie ihre Erfahrungen als Dozentin in der Erwachsenenbildung an der Volkshochschule Offenbach weiter.

Künstlermarkt auf dem Wilhelmsplatz

Ebenfalls wiederholt auf dem Künstlermarkt vertreten ist Elvira Petry aus Mühlheim. Der in Steinheim geborenen Puppendesignerin gehen die Ideen nicht aus. Neben handmodellierten Portraitpuppen nach Kinderfotos fertigt sie seit einiger Zeit auch Trolle und andere Figuren an. Dazu zählen ihre Rentnerpärchen, mal auf der Parkbank, mal am Strand oder entspannt in der Hängematte liegend. „Alles Unikate“, betont die 71-Jährige.

Eine weitere Gruppe kreativer Marktbeschicker bilden diejenigen, die originelle Einzelstücke für Kleiderschrank und Schmuckschatulle feilbieten. Zu ihnen gehört Nadja Christner, deren „hessisch handmade“ Modelabel auf Lokalkolorit setzt. „O & ACH“ heißt es, ziert T-Shirts für Groß und Klein und drückt einerseits Erstaunen und Verwunderung über schöne Dinge aus. „Es steht aber auch für Offenbach, der Stadt in der wir leben und arbeiten. Denn Offenbach ist vorne O und hinten ACH“, klärt Christner augenzwinkernd das Rätsel um die Buchstaben auf.

Solch pfiffige Ideen weiß die aus Konstanze Schneider, Helmut Weismantel und Dr. Jürgen Eichenauer zusammengesetzte Jury wohl zu schätzen, die am Spätnachmittag Preise an die kreativsten Künstler vergibt. Birgit Palt wird mit einem Einkaufsgutschein von M. Schneider belohnt, Christiane Weber darf im KOMM-Center shoppen und Nadja Christner in die Thalia-Bücherwelt eintauchen.

Künstlermarkt am Wilhelmsplatz

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