Zeugen für Vorfall in Bus der Linie 120 gesucht

Vollbremsung mit schmerzhaften Folgen

Offenbach - Hannelore S. setzt jetzt auf Mitreisende, die bezeugen können, dass ihre Version eines Unfalls am 6. Juni die wahre ist. Von Thomas Kirstein 

Etwas kompliziert im Auftrag der OVB unterwegs: Die Rosbacher Main-Bus GmbH, die mit acht Bussen und einem Ersatzfahrzeug die Linien 108 und 120 bedient, gehört zur Rosbacher Busnetz GmbH, unter deren Dach sich auch die Firma Frabus befindet.

Momentan widersprechen sich die Schilderungen an entscheidenden Stellen; von der Klärung hängt einerseits ab, ob ein Busfahrer zur Rechenschaft gezogen wird, und andererseits, ob die fast Siebzigjährige ein Schmerzensgeld erhält, das sie dem Tierschutz spenden will. 6. Juni, etwa 9.15 Uhr, in einem Fahrzeug der Firma Frabus, die an dem Morgen im Auftrag der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB) die Linie 120 bedient. Der Bus biegt von der Berliner Straße in die Kaiserstraße ab. Es kommt zu einer abrupten Bremsung mit scherzhaften Folgen: Hannelore S. zieht sich Hämatome und Schwellungen zu. Die Umstände sind umstritten. Die Versicherung von Frabus schreibt, die Seniorin sei selber schuld gewesen und „während der Anfahrt des Busses von der Haltestelle“ gestürzt. Es folgt ein Hinweis auf die Verpflichtung von Fahrgästen, sich festen Halt zu verschaffen: „Auch bei einer scharfen Bremsung spricht der Anscheinsbeweis dafür, dass sich der verletzte Fahrgast unzureichend festgehalten hat.“

Das empört Hannelore S., die an diesem Morgen beim Tierarzt war: Sie habe sehr wohl gesessen, vor sich den Rollator, darauf unten die Transportkiste für die Katze, oben die für den Kater. Durch die Vollbremsung sei sie nach vorne geschleudert worden. Vielleicht, sagt sie, hätte sie das ja auch als unausweichlich weggesteckt. Aber – und jetzt wird’s heikel – da ist noch ihr und angeblich anderer OVB-Kunden Verdacht, dass es beim Fahrer momentan an Verkehrstüchtigkeit mangelte – der Mann sei sehr unsicher nach hinten gekommen, um sich bei ihr kurz zu erkundigen.

Bei Frabus wird das gegenüber den eingeschalteten OVB vehement abgestritten. Den Offenbachern wird laut Stadtwerke-Sprecherin Regina Preis auch übermittelt, dass die Videoüberwachung die Frabus-Variante bestätige. Einblick gab es bislang noch nicht. Regina Preis kündigt an, dass sich die OVB mit dem Unfallopfer direkt in Verbindung setzen wollen. Unsere Zeitung mischt sich insofern weiter ein, als sie den von Hannelore S. erhofften Zeugen als Anlaufstelle dient: Über die Telefonnummer 069/85008210 oder red.offenbach@op-online.de kann Kontakt zu der Offenbacherin hergestellt werden.

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