Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe

Der Sommer kommt zu spät

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So schön wie auf diesem Foto strahlte die (Abend-) Sonne nicht oft über dem Waldschwimmbad. Mit der Hitze blieben auch die Besucher aus. Gerade mal 19 000 sind in dieser Saison zum Schwimmen gekommen. Sonst waren es nahezu doppelt so viele.

Offenbach - Erst der frühjährliche Regen, dann die herbstliche Hitze: Das Wetter in der Freibadsaison 2016 war ziemlich durchwachsen. Auf der Rosenhöhe geht der Sommerbetrieb heute offiziell zu Ende. Zeit, Bilanz zu ziehen. Von Sarah Neder 

Wolkenloser Himmel, Temperaturen von über 25 Grad, Windstille: Das perfekte Badewetter. Das gab es in diesem Sommer jedoch nur selten. Ganz ohne meteorologischen Rückblick lässt sich das Wetterdebakel an der Saison-Bilanz des Waldschwimmbades ablesen. Irene Becker, Schatzmeisterin beim badbetreibenden Schwimmclub EOSC, legt die Zahlen für 2016 offen. Seit Eröffnung der Freibadsaison am 25. April diesen Jahres bis zum Stichtag am 31. August haben nur etwa 19.000 Menschen das Kassenhäuschen an der Rosenhöhe passiert. Die Einnahmen liegen bei 86.000 Euro. 2015 waren Umsatz und Besucherzahl ungefähr doppelt so hoch. 135.000 Euro wurden im vergangenen Jahr noch durch die Eintrittsgelder erwirtschaftet.

Durchs schlechte Wetter entsteht ein finanzielles Loch im ohnehin schon klammen Verein. Das können auch die Zuschüsse der Stadt kaum stopfen. Vorstandsmitglied Becker weiß: Mit dem städtischen Geld kommt man nur hin, wenn die kalkulierten Einnahmen erfüllt sind, der Winter mild und die Energiekosten dadurch gering sind und keine großen Defekte an der Technik auftreten. „Kosten für Wartung und größere Reparaturen sowie Neuanschaffungen sind nicht im Etat enthalten.“

Einige Sanierungen stehen aber noch bevor: So sollen im kommenden Winter die Herrenduschen und -toiletten renoviert werden. Außerdem soll bis zum nächsten Sommer das neue Kleinkinderbecken mit Sitzbänken fertiggestellt sein und eine Familienumkleide gebaut werden. „So wird das Bad 2017 für Familien attraktiver“, sagt Becker. Kurzfristig steht erstmal der dreiwöchige Umbau vom Freibad- auf den Hallenbetrieb an. Dafür wird das 50-Meter-Becken gereinigt, das Wasser aufbereitet sowie Filtermaterial gewechselt. Außerdem wird Ende der Woche die Traglufthalle aufgebaut, die das Schwimmerbecken abdeckt.

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Das Nichtschwimmerbecken muss im Winter geschlossen bleiben. Seit Jahren fordert der EOSC auch eine Traglufthalle für diesen Bereich. Um das zu finanzieren, hatte die Stadt bei einem bundesweiten Wettbewerb teilgenommen. Das Projekt schied jedoch aus. Irene Becker sagt: „Wir hoffen, dass das Land Hessen ein Programm zur Badsanierung auflegt und wir berücksichtigt werden.“ Die Halle würde ermöglichen, dass Schulklassen auch in der kalten Jahreszeit auf die Rosenhöhe kommen und dort Schwimmunterricht nehmen können.

Ein wichtiger Aspekt. Vor allem für Offenbach, argumentiert Becker: „Offenbach ist die kinderreichste Stadt Hessens und laut Schulentwicklungsplan bleiben die Zahlen der Grundschulkinder für die nächsten vier Jahre stabil.“ Im Winter weichen einige Klassen auf das kleine Marienschulbad aus. Kapazitäten für alle Offenbacher Grundschüler hat es allerdings nicht. Der Rest muss auf den nächsten Sommer warten. Trotz der ernüchternden Freibadsaison 2016 werden die Eintrittspreise nicht erhöht, betont Becker. Und auch die Ermäßigung für späte Badegäste ab 18 Uhr und die Familienkarte sollen bleiben. „Das wurde von den Offenbachern sehr gut angenommen“, berichtet die Schatzmeisterin.

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