So lassen sich Brutstätten von stechenden Plagegeistern reduzieren

Warnung vor der Tigermücke

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Eine asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)

Offenbach - Stechmücken haben sich in diesem Jahr an vielen Orten sehr stark vermehrt. Dazu tragen Wärme und Nässe bei. Meist sind sie ungefährlich. Anders sieht das bei der asiatischen Tigermücke aus, die schon in mehreren deutschen Städten entdeckt wurde.

Stiche heimischer Stechmücken sind zwar unangenehm, sie sind aber nicht als Überträger von Infektionserregern bekannt. „Leider ist eine neue Art, die asiatische Tigermücke lateinisch Aedes albopictus, dabei sich in Deutschland auszubreiten“, so Dr. Berhard Bornhofen, Amtsleiter des Stadtgesundheitsamtes. In Offenbach sind bisher noch keine Sichtungen bekannt geworden, dafür aber offiziell bestätigt in Freiburg, Heidelberg und Jena. Die Tigermücke reist in Gebrauchtreifen und tropischen Zierpflanzen (insbesondere Glücksbambus) aber auch mit dem Lkw-Verkehr aus dem Süden nach Deutschland. Sie könnte bald auch Offenbach erreichen. Diese Stechmückenart kann auch Infektionserreger, wie das Zika-Virus, das Chikungunya-Virus oder das Dengue-Virus übertragen, die zu sehr unangenehmen Erkrankungen führen.

Wer eine Tigermücke sieht, sollte überlegen, ob er gleich die Klatsche rausholt. Er könnte stattdessen die Forschung unterstützen. indem er sie vorsichtig fängt, fotografiert und dem Mückenatlas zur Verfügung stellt; den gibt es im Internet auf www.mueckenatlas.de. Bisher sind 51 Stechmückenarten in Deutschland bestimmt worden. Damit stechende Plagegeister keine Chancen im heimischen Garten bekommt, können die Offenbacher die potentiellen Brutstätten verringern: Alle Flächen, in denen sich Wasser länger sammeln kann – Blumenuntersetzer, Gießkannen, Eimer, Vogeltränke und Futternäpfe zum Beispiel – dienen den Mücken (bei uns fälschlicherweise Schnaken genannt – die sind aber langbeinig und harmlos) bei der Fortpflanzung. Abfälle sollten auch wegen der Stechmücken nicht wild in der Landschaft entsorgt werden, denn auch dort können sie sich vermehren. Durch verstopfte Abflüsse und Blätter in Regenrinnen entwickeln sich Feuchtbiotope, die perfekte Brutstätten für die Mücken sind. Auf Friedhöfen sollten Friedhofsvasen und Pflanzgefäße regelmäßig entleert und gereinigt werden.

Das Stadtgesundheitsamt ruft ferner alle Gartenbesitzer dazu auf, ihre Regentonnen mit Deckeln abzudecken. Die Abdeckung sollte unbedingt dicht sein. Zusätzlich zu losen Deckeln empfiehlt sich der Einsatz von möglichst engmaschigen Netzen. Von chemischen Mitteln rät die Stadt dagegen ab, da sie über die Nahrungskette anderen Lebewesen schaden können. Das gilt auch für Kupferspray. Damit lassen sich langfristig zwar Larven von Stechmücken abtöten, allerdings darf das Wasser dann auch nicht mehr für Gemüse und essbare Pflanzen verwendet werden.

Diese Tierarten sind nach Deutschland eingewandert

Das Umweltamt empfiehlt, Gärten so zu gestalten, dass die Fressfeinde der Mücken angezogen werden. Dazu zählen unter anderem Libellen, Fledermäuse und Vögel. Eine effiziente flächendeckende Bekämpfung von Mücken ist aufgrund der Vielzahl von Brutmöglichkeiten auch außerhalb der Stadtgrenzen nicht möglich und würde erhebliche Kosten verursachen, für welche die Stadt keine Mittel hat.

Zusätzlich gibt es erste Hinweise in Studien, dass die Populationen von Fressfeinden der Mücken unter solchen flächendeckenden Maßnahmen erheblich leiden. Die Stärke einer Population wird wesentlich durch die Witterung im Frühjahr beeinflusst. Maßnahmen später im Jahr greifen daher kaum noch. Infos gibt es auch beim Internetauftritt der Stadt unter shuu.de/ubx. pso

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