SPD befürwortet Projekt, CDU begründet Ablehnung

Weiter Streit um Arena am Kaiserlei

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Offenbach - Während die SPD weiterhin den von Frankfurt vorangetriebenen Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserlei befürwortet, verteidigt die CDU als Teil der neuen Tansania-Koalition ihre im Koalitionsvertrag formulierte Ablehnung des Großprojekts.

Er betrachte mit Sorge die Positionierung der Tansania-Koalition, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Schneider. Die Absage gefährde den guten Ruf Offenbachs als verbindlicher Partner. Schneider ist überzeugt: Die Rhein-Main-Region im Allgemeinen und Offenbach im Besonderen könne von einer Arena profitieren. Unklar sind in der Offenbacher Politik offenbar einige nicht unwichtige Details: Während die Sozialdemokraten sich auf Gewerbesteuereinnahmen freuen, „da die Multifunktionshalle auf der Offenbacher Seite des Kaiserleis gebaut würde“, sagt CDU-Fraktionsvize Roland Walter, die Arena entstünde westlich der Kaiserleipromenade auf Oberräder Gebiet. „In Offenbach würde dann lediglich ein Parkhaus für 3000 Autos gebaut werden sowie der Rüstplatz für die Halle bleiben“. Nennenswerte Gewerbesteuereinnahmen seien so nicht zu erwarten.

Andreas Schneider sieht Offenbach aber auch vertraglich in der Verantwortung. Die Vereinbarung mit Frankfurt beinhalte eine Option Frankfurts zum Bau der Multifunktionshalle. Schneider: „Sollte die Tansania-Koalition diese Vereinbarung missachten, dann könnten erhebliche Kosten auf Offenbach zukommen.“ CDU-Mann Walter zählt indes weitere Argumente auf, die gegen die Halle sprechen. „Experten sahen und sehen keine Notwendigkeit für eine weitere Location in der Region, der Regionalverband hält das Vorhaben für überflüssig, die IHK Offenbach spricht sich dagegen aus, sogar in Frankfurt war und ist das Projekt umstritten.“

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Zudem weist Walter auf verkehrliche Aspekte hin: BeimBau einer Halle für 13 000 Zuschauer müsse gemäß den Vereinbarungen die verkehrliche Machbarkeit und Verträglichkeit mit dem umgebauten Kaiserlei-Knoten nachgewiesen werden. „Und eben diese verkehrliche Problematik ist bis heute nicht nicht mal ansatzweise gelöst“, so Walter. Der Hallenbau gefährde die Funktionsfähigkeit der Verkehrswege nach Umbau des Kreisels. Die zusätzliche Belastung durch die Halle sei an keiner Stelle des rechtskräftigen Bebauungsplans berücksichtigt. Selbst Oberbürgermeister Horst Schneider gebe zu, dass der Bebauungsplan wiederum geändert werden müsse.

Verkehrschaos am Kaiserlei

Die ablehnende Haltung der Union zu dem Arena-Projekt, darauf macht Walter zudem aufmerksam, sei nicht neu. „Dass wir die Hallenpläne insgesamt sehr kritisch sehen, ist seit 2012 bekannt. Unsere Haltung ist auch in Frankfurt und beim zuständigen Frankfurter Stadtrat seit langem bekannt. Daher darf sich jetzt kein Frankfurter Verantwortlicher überrascht fühlen. Das erneute öffentliche Getöse ist eine Diskussion ohne Wert“, findet Roland Walter. Er weist darauf hin, dass in Frankfurt bisher keine Entscheidung gefallen sei, ob die Halle überhaupt gebaut werde. Walter: „Das Ausschreibungsverfahren läuft noch.“

mad

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