Stadt verweist auf die geplante Deichsanierung bis zum Jahr 2024

Wiederkehrende Wassermassen in Offenbach

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Land unter in Offenbach: Nach Gewittern mit Starkregen waren am Dienstag zahlreiche Straßen überschwemmt. Besonders betroffen waren Main- und Schlossstraße sowie der Kaiserlei-Kreisel.

Offenbach - Kein Aufatmen: Nach erneuten Gewittern mit Starkregen vermeldet die Feuerwehr wieder vollgelaufene Keller und geflutete Straßen, darunter die Mainstraße, die vorübergehend gesperrt wurde. Von Julia Radgen 

Anlieger bemängeln, dass die Stadt nichts gegen diese oft betroffene Stelle unternimmt. Die Uniform abzulegen lohnt sich für Feuerwehrchef Uwe Sauer in den vergangenen Tagen nicht. „Wir hatten kaum unsere Einsätze beendet, da fiel der nächste Starkregen.“ Bilanz am Dienstag: 200 vollgelaufene Keller, vor allem in der Innenstadt sowie im West- und Nordend. Teilweise gingen Notrufe früher in der Leitstelle ein als Unwetterwarnungen. Sauer, seit 23 Jahren bei der Berufs- und seit Anfang der 80er bei der Freiwilligen Feuerwehr, sagt: „An eine solche Unwetterserie kann ich mich nicht erinnern.“ Er merkt an, die Wehr werde teils wegen Lappalien alarmiert. „Manche Bürger haben eine falsche Erwartungshaltung. Wir sind kein Reinigungsdienst.“

Auch einige Straßen wurden durch den Starkregen überflutet, darunter die Mainstraße. Sie musste am Dienstag vorübergehend für den Verkehr gesperrt werden. Anwohner der angrenzenden Schlossstraße berichten, ein relativ kurzer Regenschauer habe ausgereicht, um den Abschnitt in Mainnähe zu fluten. Kniehoch standen Fußgänger im Wasser, Autos reichte das Nass bis zum Kühlergrill, einige blieben liegen.

Unverständlich ist für viele, dass die Stadt diesen neuralgischen Punkt – eine der tiefliegendsten Flächen Offenbachs – nicht besser schützt. Ein Leser stellt zudem die angedachte Absenkung des künftigen Maindeichs in Höhe des Schlosses in Frage. „Nicht auszudenken, welche Ausmaße ein Bruch des geplanten Hochwasser-Provisoriums nach sich ziehen würde.“ Der Anwohner hält diese Sanierungsvariante für „grob fahrlässig und unverantwortlich“.

Unwetter: Bilder aus der Region

Vom Amt für Stadtplanung gibt es indes keine Bemühungen um einen wie auch immer gearteten baldigen Schutz vor Hochwasser an der Mainstraße. Leiter Markus Eichberger verweist lediglich auf die „perspektivisch geplante Erneuerung im Zuge der Maindeich-Sanierung“, die er in frühestens acht Jahren terminiert. „Irgendwann werden wir auch die Mainstraße und ihre Entwässerung neu gestalten“, so Eichberger – sofern dies „sinnvoll“ sei. Diese Einschätzung richtet das Amt am sogenannten Generalentwässerungsplan aus, den der ESO pflegt. Gebe es darin „neue Erkenntnisse“ zur Abwasserbeseitigung auf der Mainstraße, werde man diese berücksichtigen.

Näher in der Zukunft liegt das Mainuferfest am Wochenende, das durch weitere Überschwemmungen gefährdet wäre. Das Rathaus will heute beraten, ob und welche Vorkehrungen getroffen werden.

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