Temposünder am Wilhelmsplatz

„Raserei ist schon Normalität“

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Vor allem Fahrer von Luxuskarossen drücken auch während der Marktzeiten kräftig aufs Gas.

Offenbach - Auch vielen Besuchern, Restaurantbesitzern und Marktbeschickern ist die Raserei rund um den Wilhemsplatz aufgefallen. Einige empören sich über die Fahrer und fordern Maßnahmen seitens der Polizei. Von Sadaf Sharaf

Der 48-jährige Friedrich Pusch von Berdux Weine beobachtet regelmäßig Raser. Seiner Meinung nach müsse die Polizei viel präsenter sein und mehr Geschwindigkeitskontrollen durchführen. „Auch Kinder laufen hier auf die Straße, das ist sehr gefährlich“, sagt Gracia Lach, die auf dem Wochenmarkt arbeitet. Wenn es nach ihr ginge, sollte viel öfter geblitzt werden, da viele Autofahrer aufs Gaspedal drückten.

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Es sind jedoch nicht nur zu schnelle Autofahrer, die Unmut auf sich ziehen. Hans Basquitt, Gast in einem der Cafés, findet, dass vielmehr ein Auge auf die Radler geworfen werden sollte. „Die Fahrradfahrer sind manchmal sogar schlimmer als die Autofahrer.“ Für ihn gehört das Rasen der Autofahrer schon zum Alltag und man könne nicht wirklich was dagegen unternehmen.

Auch für Heike Müller ist die Raserei nichts Außergewöhnliches mehr. „Heutzutage fahren alle schnell, das ist normal“, sagt die Beschickerin, die schon seit 40 Jahren auf dem Wochenmarkt arbeitet. Einen ernsthaften Unfall oder Personenschaden habe sie in der Zeit zum Glück noch nicht miterlebt.

Während die Raserei bisweilen schon als Normalität angesehen wird, gibt es auch Marktbeschicker, die den Verkehr rund um den Wilhelmsplatz gerne komplett verbieten würden. „Die ganze Innenstadt sollte am besten komplett autofrei sein“, sagt die Gemüsehändlerin Nicole Forster.

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