ESO erweitert Grabfeld auf dem Bieberer Friedhof

Zeichen gegen das Vergessen

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Rundumpaket: Bepflanzung und Pflege sind beim gärtnerbetreuten Grabfeld inklusive. Wegen der hohen Nachfrage wurde die Fläche auf dem Bieberer Friedhof auf 200 Quadratmeter vergrößert. 

Bieber - Das gärtnerbetreute Grabfeld auf dem Bieberer Friedhof ist aufgrund gestiegener Nachfrage erweitert worden. Auf mehr als 200 Quadratmetern Fläche bietet es jetzt Platz für knapp drei Dutzend Ruhestätten. Von Harald H. Richter

Von Schatten spendenden Bäumen umgeben, bildet die gärtnergepflegte Gemeinschaftsanlage auf dem Bieberer Friedhof als Ort des Innehaltens einen Blickfang. Von ringförmiger Struktur ist sie auch in Offenbach Ausdruck einer veränderten Bestattungskultur. Statt starrer Grabreihen findet man immer häufiger hochwertig gestaltete und von Gärtnern gepflegte Anlagen vor, die traditionelle Friedhofskultur mit Ansprüchen der heutigen Gesellschaft verbinden.

Bereits 2009 hatte die Friedhofsverwaltung des städtischen Dienstleisters ESO die Zeichen erkannt und Urnengemeinschaftsgräber anlegen lassen, deren Pflege und Gestaltung spezialisierte Gärtnereien in Zusammenarbeit mit Steinmetzen übernehmen. So gibt es entsprechende Flächen auf dem Neuen Friedhof der Kernstadt, wo ein Memoriam-Garten angelegt ist, sowie in Bürgel. In Bieber ist nun Platz für 22 Partner- und zwölf Familienruhestätten geschaffen worden.

Geplant und gestaltet durch die Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen befreit eine gärtnerbetreute Anlage die Hinterbliebenen von der Pflege. „Ein Umstand, den besonders jene Angehörigen zu schätzen wissen, die nicht am Ort wohnen und sich deshalb kaum kümmern können oder aus Altersgründen nicht mehr in der Lage sind“, betont der stellvertretende ESO-Eigenbetriebsleiter Christian Loose. Voraussetzung für die Urnenbeisetzung und den Graberwerb ist der Abschluss eines Vertrags mit der Treuhandstelle über die Dauer von 25 Jahren.

Während der gesamten Laufzeit kommen für die vereinbarten Lieferungen und Leistungen keinerlei Nachzahlungen auf die Hinterbliebenen zu. Auch mögliche Preissteigerungen gehen nicht zu Lasten des Vertragsnehmers. Unabhängige Prüfer kontrollieren regelmäßig, ob die Leistungen in vereinbarter Weise erbracht werden. „So wissen Hinterbliebene das Grab über die Jahre in guten Händen“, erklärt Landschaftsarchitektin Sabrina Eggert. „Unsere Treuhandstelle garantiert, dass die Grabanlage durchgehend mit diversen Bodendeckern, Stauden und Gräsern versehen wird. Außerdem ergänzen verschiedene kleine Beete das Urnengrabfeld im jahreszeitlichen Wandel.“ Die so gepflegten Gräber setzten also ein bewusstes Zeichen gegen das Vergessen.

Die Anlage kann auch mit einer Sitzgelegenheit versehen werden, sollten Besucher dort einen Moment innehalten und in Ruhe des Verstorbenen gedenken wollen. Auf dem Bieberer Friedhof kümmert sich die Gärtnerei Claus um die Pflege und saisonale Bepflanzung, der Mühlheimer Betrieb Kaiser Natursteine übernimmt alle Steinmetzleistungen.

Bis jetzt gibt es dieses Sorglos-Paket nur für Urnengemeinschaftsanlagen. Ohnehin machen in Offenbach Einäscherungen den Löwenanteil aus. „80 Prozent der Verstorbenen werden bei uns in Urnen beigesetzt, Erdbestattungen sind also selten“, berichtet Friedhofsleiterin Gabriele Schreiber. Zudem ist ein solches Wahlgrab für maximal zwei Urnen die preiswertere Bestattungsart. In der gärtnerbetreuten Anlage in Bieber kostet es rund 4500 Euro und schließt sämtliche Leistungen für das Grabmal und die Pflege ein. Dazu gehört auch, dass eine Anlage auf derart hohem Gestaltungsniveau zwei Mal nach jeweils acht Jahren erneuert wird. Wahlweise finden Granit und Sandstein oder eine einfache Stele einschließlich Beschriftung für die Erstbelegung Verwendung.

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