Richtfest für GSW-Wohnungen

Endlich beste Freunde

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Über dem neuen Gebäude am Hessenring weht seit gestern der Richtkranz. Im Erdgeschoss findet im Else-Herrmann-Saal der Seniorentreff der AWO Platz. In den drei oberen Stockwerke werden Wohnungen zwischen 65 und 115 Quadratmeter vermietet.

Offenbach - Die Angst um die Zukunft des Seniorentreffs der Arbeiterwohlfahrt war groß, als sie erfuhr, dass das Else-Herrmann-Haus am Hessenring abgerissen werden und einem Wohnkomplex weichen soll. Von Steffen Müller 

Doch nach Gesprächen mit Stadt und Investor einigte man sich, den Treff in das Erdgeschoss des neuen Gebäudes zu verlegen. Pünktlich zum Richtfest herrscht bei der AWO mittlerweile Optimismus statt Skepsis. „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ Mit diesem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe beendete AWO-Geschäftsführer Thomas Ruff seine Rede beim Richtfest zum neuen Wohnkomplex im Hessenring 59-61. Und das Zitat spiegelt die Gefühlslage der AWO rund um das Else-Herrmann-Haus perfekt wider. Als bekannt wurde, dass das Gemeinnützige Siedlungswerk (GSW) das Grundstück am Hessenring der Stadt abkauft, um dort in zwei Gebäudekomplexen 37 Mietwohnungen zu errichten (wir berichteten), bangte die AWO zunächst um die Zukunft des Seniorentreffs im Else-Herrmann-Haus. Das 50 Jahre alte Gebäude befindet sich nämlich auf dem neuen GSW-Gelände und spielt in den Plänen des Immobiliendienstleister keine Rolle. Das Else-Herrmann-Haus soll abgerissen werden.

An den Abrissplänen hat sich zwar nichts geändert, für den Seniorentreff der AWO, mit monatlich mehr als 1000 Besuchern die am besten besuchte Seniorenbegegnungsstätte Offenbachs, hat sich aber eine neue Bleibe gefunden. Und das nur rund 40 Meter weiter. Im Erdgeschoss des größeren der beiden neuen Gebäudekomplexe mit 21 Wohnungen findet die Seniorenstätte zukünftig im Else-Herrmann-Saal ihr Zuhause. „Natürlich ist es schmerzhaft, dass das Else-Herrmann-Haus wegfällt“, gesteht Ruff. „Aber auch wenn es vielleicht kleine Anlaufschwierigkeiten gibt, bin ich optimistisch, dass das Else-Herrmann-Haus das bleibt, was es war: Ein beliebter Seniorentreffpunkt.“ Woher der Sinneswandel bei der AWO? „Perspektivisch gesehen wäre das Else-Herrmann-Haus nicht weiter als Seniorentreff nutzbar gewesen“, erklärt Ruff. Im neuen Saal im Erdgeschoss stehen der AWO nun ganz neue Möglichkeiten zur Verfügung. „Wir können auf die Bedürfnisse der Senioren viel besser eingehen. Das ist ein Schritt nach vorne und wir hoffen, dass wir noch mehr Senioren erreichen können“, erklärt Ruff. Beispielsweise können im neuen Seniorentreff auch PC- oder Tabletkurse angeboten werden, weil dort eine Internetverbindung zur Verfügung steht.

Wie schon beim Else-Herrmann-Haus zahlt die Stadt auch fürs neue Domizil Miete, Strom und Unterhalt für die AWO. 20 Jahre lang läuft der Mietvertrag zwischen Stadt und dem Investor GSW. Bis die AWO mögliche neue Kurse anbieten kann, dauert es allerdings noch ein bisschen. Der Umzug soll im April 2017 vonstattengehen. Bis dahin läuft der Betrieb im Else-Herrmann-Haus wie gewohnt weiter.

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Im September 2017 beginnt dann der Abriss des 50 Jahre alten Gebäudes, das seit 1995 von der AWO als Seniorentreff genutzt wird. An seiner Stelle entsteht ein weiterer Gebäudekomplex mit 16 Wohnungen. „Wir bauen Zwei-, Drei- und Vier-Zimmerwohnungen zwischen 65 und 115 Quadratmetern“, berichtet Bauherr und GSW-Geschäftsführer Filip John.

John betont, dass es sich nicht um Sozialwohnungen, aber um bezahlbaren Wohnraum handeln soll. Der Mietpreis steht noch nicht fest, John hofft aber, dass der Quadratmeter weniger als zehn Euro kostet. „Wir bewegen uns auf dem unteren Niveau das Marktes.“ Ziel sei es, eine heterogene Bewohnerschaft zu haben. „Wir wollen ein Abbild der Gesellschaft: Familien, Singles und Rentner“, so John. Das zweite Gebäude soll im August 2018 bezugsfertig sein. Dann soll nach dem Willen des GSW ein Austausch zwischen den Mietern stattfinden, die sich gegenseitig Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

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