Truppenverlegungen nach Osten

Ischinger: „Nato korrigiert einen Fehler“

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US-Präsident Obama auf dem Nato-Gipfel in Warschau.

Berlin - Der Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, befürchtet keine Zuspitzung des Konflikts der Nato mit Russland wegen der Truppenverlegungen nach Osten.

„Ich erwarte nicht, dass Russland eine Eskalationsspirale in Gang setzen wird“, sagte Ischinger am Mittwoch im rbb-inforadio. „Wir können den Polen und den Balten ihre Sorgen nicht dadurch nehmen, indem wir ihnen sagen, ihr übertreibt.“ Moskau verstehe, dass die Nato maßvoll handele.

Das Treffen des Nato-Russland-Rats am Mittwoch wertete der frühere Botschafter als Korrektur eines Fehlers. In der Nato hätten sich die klugen und gemäßigten Kräfte durchgesetzt. „Es war aus meiner Sicht ein Fehler, nach der Ukrainekrise den Nato-Russlandrat auszusetzen. Wenn man ein Krisenbewältigungsinstrument haben will, das muss doch in der Krise tagen und nicht aufhören, den Dialog zu pflegen. Insoweit ist das die Korrektur eines Fehlers.“

Wegen der Ukrainekrise waren die Gespräche im Nato-Russland-Rat fast zwei Jahre ausgesetzt worden. Erst im April hatte wieder ein erstes Treffen auf Botschafterebene stattgefunden. Das zweite Treffen am heutigen Mittwoch folgt auf den Warschauer Nato-Gipfel, der die Entsendung von 4000 Soldaten in an Russland grenzende Nato-Staaten beschlossen hat.

dpa

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