Sie kämpfen sich durch

Kommentar: Alleinerziehende in Not

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Peter Schulte-Holtey.

Der SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert eine Reform des Unterhaltsrechts, um Alleinerziehende besserzustellen. SPD-Ministerin Manuela Schwesig will Kinder von Alleinerziehenden länger staatlich unterstützen, wenn der andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt. Von Peter Schulte-Holtey 

Die Sozialdemokraten legen sich also mächtig ins Zeug – und das ist gut so! Hunderttausende, die allein Kinder erziehen, warten seit Jahren auf klare Signale aus der Politik. Dass die Töchter und Söhne von Alleinerziehenden besonders von Armut betroffen sind, ist keine neue Erkenntnis. Sie kämpfen sich durch. Sozialverbände weisen seit Jahren darauf hin, die Politik hat immerhin mit der Erhöhung des steuerlichen Freibetrags reagiert. Das reicht aber nicht. Es muss viel mehr getan werden. Denn Alleinerziehende fühlen sich weiterhin gegenüber Ehepaaren mit Splittingeffekt durch die Steuerpolitik benachteiligt, und vielen ist schon bange vor dem Tag, an dem ihre Kinder zwölf Jahre alt werden: Dann nämlich gibt es keinen Unterhaltsvorschuss mehr, und oftmals werden sie Grundsicherung beantragen müssen.

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Will man den Betroffenen bessere Hilfe zukommen lassen, gibt es nicht die eine Antwort – es braucht ein Bündel an Maßnahmen. Wer mit den Müttern und Vätern spricht, erfährt oftmals, dass es ihnen natürlich um finanzielle Verbesserungen geht. Genauso wichtig sind für sie aber mehr Akzeptanz in unserer Gesellschaft, praktische Unterstützung im Alltag und individuelle Lösungen im Job. Denn den meisten Alleinerziehenden wäre es am liebsten, wenn sie ihre Familie auch finanziell alleine stemmen können.

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