Mitgefühl und Zorn

Kommentar: Bettelei in Deutschland

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Jeder, der schon einmal in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten war, weiß, wie wichtig Hilfe im Notfall ist – wie wichtig Großzügigkeit von Mitmenschen ist. Daher ist es ein besonders übler Trick, Mitmenschlichkeit auszunutzen und auf der Straße einen Notfall vorzugaukeln – nur um am Ende um Geld zu betteln. Von Peter Schulte-Holtey

Es ist gut, dass Städte und Polizei vielerorts gegen diese Form des Bettelns einen harten Kurs eingeschlagen haben. Denn es gibt inzwischen viele Berichte über fiese Aktionen, die das Unbehagen oder gar den Zorn beim Kontakt mit Bettlern wachsen lassen. Die Hand aufhalten und dabei einen Säugling im Arm halten – zum Beispiel. Das geht gar nicht. In einigen Städten soll jetzt ganz gezielt dagegen vorgegangen werden; künftig werden Geldbußen verhängt, wenn Kinder beim Betteln als mitleiderregende Druckmittel missbraucht werden. Gut so! Denn Kinder gehören in die Kita, in die Schule, auf den Spielplatz oder in die elterliche Wohnung. Aber nicht auf die Straße, um Menschen zu animieren, ihr Portemonnaie zu zücken.

Ordnungsbehörden sollten aber auch Banden genauer unter die Lupe nehmen. Vor der organisierten Form des Bettelns, wie sie ausländische Banden geradezu geschäftsmäßig betreiben, wurde zuletzt ja immer lauter gewarnt. Diese Bettler sind im Grunde genommen die „ärmsten Hunde“, denn für sie bleibt von den Einnahmen fast nichts übrig.

Städte nehmen organisierte Bettler ins Visier

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